Bis 2030 steht im Kammerbezirk Heilbronn-Franken bei rund 3000 Handwerksbetrieben eine Übergabe an. Eine Sonderumfrage zeigt: Die Nachfolgesuche bleibt eine der größten Herausforderungen – bietet qualifizierten Fachkräften zugleich jedoch neue Chancen.

Die Unternehmensnachfolge im Handwerk stellt bereits heute eine zentrale Herausforderung dar und dürfte sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Heilbronn-Franken steht bis zum Jahr 2030 bei rund 3000 von insgesamt knapp 12.600 Betrieben eine Übergabe an.
Dies veranschaulichen die Ergebnisse der Sonderumfrage „Betriebsnachfolge im Handwerk“ der Handwerkskammer Heilbronn-Fragen. Insgesamt 339 Betriebsinhaber aus dem Kammerbezirk Heilbronn-Franken nahmen an der Online-Befragung teil, so die Handwerkskammer in einer Mitteilung.
Potenzielle Nachfolger und die größten Herausforderungen
Die Betriebsinhaberinnen und -inhaber im Handwerk sind derzeit im Durchschnitt 52,9 Jahre alt. Acht Prozent planen, ihren Betrieb innerhalb der kommenden zwei Jahre zu übergeben, weitere 15 Prozent innerhalb von fünf Jahren. In der Hälfte der Fälle ist eine Übergabe innerhalb der Familie vorgesehen.
Als weitere potenzielle Nachfolger kommen Mitarbeitende (14 Prozent), externe Interessenten (8 Prozent) sowie Wettbewerber und Existenzgründende (jeweils 1 Prozent) in Betracht. 27 Prozent der Befragten sind bislang unentschlossen hinsichtlich der Nachfolge. Eine Betriebsaufgabe planen 11 Prozent der Inhaber in den nächsten zwei Jahren und 10 Prozent innerhalb der kommenden fünf Jahre.
Die befragten Betriebsinhaber, die eine Übergabe planen, sehen die größten Herausforderungen in steuerlichen Fragestellungen (46 Prozent), in der Suche nach einer geeigneten Nachfolgeperson (45 Prozent) sowie in der Bewertung des Unternehmens (40 Prozent). Weitere Hürden sind die eingeschränkte Rentabilität des Betriebs (27 Prozent), die Übernahme des Personals (17 Prozent) sowie baurechtliche und weitere regulatorische Anforderungen (15 Prozent).
Zudem werden die Durchsetzung der angestrebten Kaufpreisvorstellungen (14 Prozent), die Festlegung der künftigen Miete für Betriebsgebäude (13 Prozent) und die Bewertung von Immobilien (5 Prozent) als relevante Aspekte genannt.
Die Mehrheit blickt Generationenwechsel positiv entgegen
Mehr als die Hälfte der übergabebereiten Betriebsinhaber bewertet die Erfolgsaussichten einer (künftigen) Betriebsübergabe insgesamt positiv. Dabei stufen 19 Prozent die Wahrscheinlichkeit als hoch und 33 Prozent als eher hoch ein. 31 Prozent der Befragten können die Perspektiven derzeit noch nicht einschätzen. Gleichzeitig bewerten 8 Prozent die Erfolgschancen als eher gering und 9 Prozent als gering.
„Die Betriebsnachfolge ist eines der wichtigsten Themen im Handwerk. Das unterstreicht die aktuelle Sonderumfrage eindrucksvoll“, erklärt Sascha Grimm-Neumann, Abteilungsleiter Unternehmensberatung der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.
„Um handwerkliche Fachkompetenz und Arbeitsplätze zu sichern, muss es uns gelingen, die zur Übergabe anstehenden Betriebe an geeignete Übernehmer zu vermitteln. Für qualifizierte Handwerker ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt, um über eine Betriebsübernahme nachzudenken.“
Red.


