Optimistisch in die Zukunft: Die Metropolregion Rhein-Neckar setzt auf länderübergreifende Zusammenarbeit

Starker Mittelstand, globale Big Player, hohe Exportquote – und ländliche Idylle: Heilbronn-Franken und die Metropolregion Rhein-Neckar teilen mehr als eine gemeinsame Grenze. Ralph Schlusche, Verbandsdirektor Region Rhein-Neckar, sieht im Brückenbauen und Netzwerken viel Zukunftspotenzial.

Metropolregion Rhein-Neckar
Heidelberg, vom Königsstuhl aus gesehen, gehört zu den Schmuckstücken der Metropolregion Rhein-Neckar. Foto: MRN/Rhein-Neckar

Sympathische Nachbarn helfen einander mit Lebensmitteln oder dem passenden Inbusschlüssel aus, kommen gern miteinander ins Gespräch und fangen keinen Streit an, wenn ein Apfelbaum seine Blätter über die Gartenzaungrenze hinaus abwirft. Heilbronn-Franken hat so einen Nachbarn, der Synergien und Netzwerke schätzt: die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN), die in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert.

„Die Metropolregion Rhein-Neckar versteht sich nicht nur als Planungsinstanz, sondern auch als Brückenbauer zwischen den Regionen“, bestätigt Ralph Schlusche, Direktor des Verbands Region Rhein-Neckar. Der ist Träger der grenzüberschreitenden Planung und -entwicklung für die Region und damit neben der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und dem Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V. eine der drei tragenden Säulen für Wachstum, Entwicklung und Zusammenarbeit.

Länderübergreifende Zusammenarbeit

Genau diese Zusammenarbeit mit den Nachbarn – sei es bei der Mobilitätsplanung, bei der Flächennutzung oder in der Innovationsförderung – ist nach Schlusches Ansicht entscheidend, um Synergien zu heben und gemeinsame Herausforderungen zu meistern. „Netzwerke über Ländergrenzen hinweg sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für zukunftsfähige Regionalentwicklung“, ist er überzeugt.

Mit  erfolgreicher länderübergreifender Zusammenarbeit hat man in der Metropolregion Rhein-Neckar seit der Gründung vor 20 Jahren gute Erfahrungen gemacht. Immerhin erstrecken sich ihre 5637 Quadratkilometer Fläche über drei Bundesländer: Baden-Württemberg. Rheinland-Pfalz und Hessen. Insgesamt 2,4 Millionen Menschen leben dort in 15 Land- und Stadtkreisen.

Die Metropolregion Rhein-Neckar und ihre Zukunftsaussichten

Verbandsdirektor Schlusche kann die drei größten Erfolge des Zusammenschlusses deshalb sofort benennen: Erstens die einheitliche Regionalplanung. Sie sei ein herausragender Erfolg:  stärke Verbindlichkeit, schaffe Transparenz und ermögliche eine strategische Steuerung von Wohnungsbau, Gewerbeentwicklung und Energieinfrastruktur.

„Ein weiteres tolles Beispiel für erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit ist der Mobilitätspakt Rhein-Neckar“, sagt Schlusche. Das Bündnis bringe Akteure aller Mobilitätssparten und aus allen drei Ländern zusammen, um Verkehr und Infrastruktur zu planen. Das dritte Highlight sei das Projekt Smart Region Rhein-Neckar, um Digitalisierung und Vernetzung voranzutreiben, „etwa durch digitale Planungsprozesse, smarte Mobilitätslösungen und die Förderung von digitalen Kompetenzen in Verwaltung und Gesellschaft“.

Ralph Schlusche blickt optimistisch auf die Zukunft: Da sind die Ernennung zum „Regional Innovation Valley“, um Innovations-Ökosysteme in Zukunftsfeldern wie Life Sciences, Wasserstoff und Bioökonomie auszubauen. Der kontinuierliche Einsatz für Forschung, Unternehmen und Wissenschaft. Global agierende Großkonzerne wie BASF, Roche oder SAP, ein starker Mittelstand. All das freut ihn nach eigenen Worten sehr. Aber: „Bei allem, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, liegt weiterhin noch viel Arbeit vor uns.“ Vielleicht ist es da ein Glücksfall, dass der strukturell durchaus vergleichbare Nachbar Heilbronn-Franken heißt.       

Natalie Kotowski

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