Nachhaltigkeit und Unternehmertum: Vor allem Gründerinnen setzen auf nachhaltiges Wirtschaften

Nachhaltigkeit ist bei Unternehmensgründungen in Deutschland kein Nischenthema mehr – vor allem Gründerinnen integrieren Umwelt- und Sozialaspekte gezielt in ihre Geschäftsmodelle. Dies belegt der aktuelle Global Entrepreneurship Monitor (GEM).

Nachhaltigkeit und Unternehmertum
Gründerinnen setzen häufiger auf nachhaltige Geschäftsmodelle als Gründer. Foto: Adobe Stock/Katawaredoki

Die Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften sind für die Mehrheit der Gründerinnen und Gründer in Deutschland von Bedeutung. Allerdings berücksichtigen Frauen Nachhaltigkeitsaspekte in ihren Geschäftsmodellen häufiger als Männer.

Folglich erzielen Gründerinnen häufiger positive ökonomische Effekte als Gründer. Dies belegen die Ergebnisse des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) von 2024/5, den das RKW Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen erstellt hat. Dies berichtet das RKW Kompetenzzentrum in einer Mitteilung.

Gründungen mit Zukunft: Junge Unternehmen priorisieren Nachhaltigkeit

Für die GEM-Bevölkerungsbefragung wurden Gründerinnen und Gründer sowohl neuer als auch etablierter Unternehmen danach gefragt, welchen Stellenwert sie sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit beimessen. Der Vergleich zeigt, dass Personen, die neu gründen, soziale und ökologische Aspekte stärker priorisieren als bereits etablierte Unternehmerinnen und Unternehmer.

Im vergangenen Jahr haben der Studie zufolge 64,8 Prozent der Neu-Gründerinnen und -Gründer Maßnahmen ergriffen, um die Umweltauswirkungen ihres Unternehmens zu verringern. Zu diesen Schritten zählten unter anderem Energiesparmaßnahmen, der Einsatz umweltfreundlicherer Materialien sowie die Reduzierung von Emissionen.

Bei den etablierten Unternehmerinnen und Unternehmern lag dieser Anteil bei 54,8 Prozent. Im Hinblick auf die Förderung sozialer Effekte – beispielsweise durch faire Arbeitsbedingungen und Löhne bei Zulieferern oder die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen – waren 61,9 Prozent der Neu-Gründerinnen und -Gründer im Erhebungszeitraum aktiv. Bei den etablierten Unternehmen betrug dieser Wert 47,6 Prozent; der Unterschied zwischen den beiden Gruppen liegt somit bei 14,3 Prozentpunkten.

Nachhaltigkeit und Unternehmertum: Besonders Frauen engagieren sich für die Umwelt

Die Ergebnisse des GEM verdeutlichen außerdem, dass sowohl Gründerinnen als auch Gründer bereits seit einiger Zeit umweltbewusst handeln. Hinsichtlich der Frage, ob im Jahr vor dem Befragungszeitpunkt (Sommer 2024) Maßnahmen zur Verringerung der Umweltauswirkungen des Unternehmens umgesetzt wurden, zeigen sich allerdings Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

71,7 Prozent der gründenden Frauen bejahten dies, während bei den Männern der Anteil mit 60,2 Prozent rund zwölf Prozentpunkte niedriger lag. Auch bei Maßnahmen zur Förderung sozialer Effekte waren Gründerinnen mit 64,4 Prozent etwas aktiver als Gründer (59,8 Prozent). Der Unterschied zwischen den Geschlechtern beträgt hier knapp fünf Prozentpunkte.

Gründerinnen profitieren von nachhaltigem Wirtschaften

Nachhaltiges Wirtschaften – verstanden als die Berücksichtigung von Umweltaspekten – wirkt sich generell positiv auf die ökonomische Entwicklung von Gründungen aus. Die genauen Zahlen belegen jedoch, dass Gründerinnen öfter als Gründer positive ökonomische Effekte für ihr Unternehmen erzielen, wenn sie Umweltauswirkungen berücksichtigen.

Dieser Unterschied zeigt sich in nahezu allen erhobenen Kategorien. So stimmten 62,8 Prozent der Gründerinnen der Aussage zu, dass sich durch die Minimierung von Umweltauswirkungen der Gewinn erhöht. Unter den Gründern waren nur 42,5 Prozent dieser Meinung.

64,3 Prozent der Gründerinnen und 49,3 Prozent der Gründer gehen zudem davon aus, dass auch der Umsatz steigen wird. Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Gruppen zeigt sich bei der Betrachtung der Arbeitsplätze. 50 Prozent der Gründerinnen stimmen zu, dass durch die Berücksichtigung von Umwelteffekten zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, bei den Gründern sind es 42,3 Prozent.

Red.

Mehr zum Thema

Nachhaltigkeit im Büro

Mehr Nachhaltigkeit im Büro: Mit diesen 7 Tipps kann es gelingen

Nachhaltigkeit im Büro ist einfacher als gedacht: Mit diesen 7 praktischen Tipps können Unternehmen und Mitarbeitende ihren Alltag umweltfreundlicher gestalten, …
Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit

„Da geht noch mehr“: Was Wettbewerbsfähigkeit mit Nachhaltigkeit zu tun hat

Nachhaltigkeit ist für Jürgen Pfitzer keine Randnotiz, sondern zentral für die Wettbewerbsfähigkeit der Region und ganz Deutschlands. Der Mitgeschäftsführer von …
Nachhaltigkeit

Zwei Drittel der deutschen Manager halten Nachhaltigkeit für wirtschaftlich sinnvoll

Innerhalb eines Jahres hat sich laut einer aktuellen Studie der Anteil der Führungskräfte, die einen geschäftlichen Nutzen von Nachhaltigkeit erkennen, …