Auf dem Weg zur KI-Nation: Wie der Ausbau der KI-Infrastruktur gelingen kann

Um mit den großen KI-Nationen mithalten zu können, ist ein massiver Ausbau der KI-Infrastruktur für Deutschland in den nächsten Jahren unumgänglich. Welche Maßnahmen konkret nötig sind, um Deutschlands Position im globalen Wettbewerb zu verbessern, zeigt die Deloitte-Studie „KI-Infrastruktur: Wie Deutschland im globalen KI-Rennen mithalten kann“.

Ausbau der KI-Infrastruktur
Für den Ausbau der KI-Infrastruktur in Deutschland sind großes Investitionen und verschiedene Maßnahmen notwendig. Foto: Adobe Stock/Tun

Deutschland möchte im weltweiten KI-Rennen vorne mit dabei sein. Doch der Weg bis dahin ist noch weit. Um die Kapazitätslücke im globalen Wettbewerb zu schließen müssen sowohl KI-Infrastruktur als auch Rechenzentren massiv ausgebaut werden. Wie die neue Deloitte-Studie zur KI-Infrastruktur belegt, gilt es dafür bis 2030 bis zu 60 Milliarden Euro zu investieren.

„Deutschland muss seine Position im Bereich KI und Rechenzentren deutlich stärken. Trotz einer soliden Grundlage fällt Deutschland im internationalen Wettbewerb kontinuierlich zurück“, erklärt Prof. Bernhard Lorentz, Global Climate and Infrastructure Leader bei Deloitte. „Der Anteil Deutschlands an der globalen Rechenzentrumskapazität ist seit 2015 um rund ein Drittel gesunken und Investitionen in KI liegen weit hinter Akteuren wie den USA, Großbritannien, Frankreich und anderen EU-Ländern sowie China.“

Ausbau der KI-Infrastruktur in Deutschland: Diese Investitionen sind notwendig

Deutschland müsse seine Kapazität an leistungsfähigen Rechenzentren für KI-Anwendungen der Studie zufolge bis 2030 verdreifachen. Aktuell liegt diese bei 1,6 GW – angestrebt sind 4,8 GW. Im Bau sind derzeit jedoch nur 0,7 GW. Trotz weiteren 1,3 GW, die sich gerade in der Entwicklung befinden, ergibt sich so eine Investitionslücke von mindestens 1,2 GW.

Dazu kommt, dass Deutschland der Studie zufolge zu den Ländern mit den höchsten Baukosten für Rechenzentren gehört. Aber auch die Betriebskosten fallen stark ins Gewicht. Verglichen mit den USA sind etwa die Strompreise hierzulande doppelt so hoch.

„Deutschland hat die Möglichkeit, seine Rechenkapazität innerhalb von fünf Jahren zu verdreifachen, doch dies erfordert entschlossene Maßnahmen. Die Regierung muss jetzt aktiv werden, um die im Koalitionsvertrag festgelegten Vereinbarungen umzusetzen, Investitionen zu stimulieren und eine führende Rolle bei der bevorstehenden digitalen Revolution in Europa zu übernehmen“, betont Bernhard Lorentz.

Wie der Ausbau der KI-Infrastruktur gelingen kann

Um im weltweiten Wettbewerb der KI-Nationen dabei sein zu können und eine souveräne KI-Infrastruktur aufzubauen, sollte Deutschland der Studie zufolge verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Private-Public-Partnerships: Die Risiko-Rendite-Profile von Investitionen in KI-Rechenzentren können mithilfe von Mischfinanzierungen aus öffentlichen Fördermitteln und privatem Kapital sowie staatlichen Garantien und Bürgschaften optimiert werden.
  • Die Regierung als Abnehmer: Die Regierung könnte die Rechenkapazität für Verwaltung, Forschung und Verteidigungszwecke selbst nutzen. Diese gesicherte Nutzung würde Unternehmen unterstützen und ausländische Investoren anziehen.
  • Steuerliche Anreize: Gezielte Steuervergünstigungen könnten Deutschland wettbewerbsfähiger und für Investoren attraktiver machen. Aber auch bei den Kosten für die Stromversorgung bieten sich Senkungen von Steuern, Abgaben und Gebühren an.
  • Beschleunigung von Netzanschlüssen: Um den Ausbau von Rechenzentren zu beschleunigen, kann beispielsweise die Nutzung alter Industriestandorte eine wichtige Rolle spielen.

Red.


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