Cookie-Banner im Internet: 4 von 5 Deutschen fühlen sich gestört

Cookie-Banner wirken sich negativ auf das Interneterlebnis vieler Deutscher aus. Laut aktueller Umfrage im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. werden die Datenschutz-Hinweise von den meisten als lästig empfunden – was den Wunsch nach einer Reform hervorruft.

Cookie-Banner
Die große Mehrheit der Deutschen fühlt sich durch Cookie-Banner im Internet gestört – das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des eco Verbands. Foto: AdobeStock/BritCats Studio

Eine Mehrheit der Deutschen ist von Cookie-Bannern im Internet genervt. Dies zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

82 Prozent der Befragten empfinden die Zustimmungshinweise als störend, während lediglich 14 Prozent Datenschutz-Hinweise nicht als lästig empfinden. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V, wie der Verband in einer Mitteilung berichtet.

Die Teilnehmenden sollten angeben, inwieweit verschiedene Aussagen zu Cookie-Bannern ihrer persönlichen Einschätzung oder ihrem Umgang mit Cookies entsprechen.

Die Nachteile von Cookie-Bannern für Nutzer und Website-Betreiber

„Ursprünglich wurden Cookie-Banner einmal etabliert, um mehr Datenschutz und Kontrolle für Internetnutzerinnen und -nutzer zu schaffen“, so Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco e.V.. „Tatsächlich wird vor allem eins damit erzeugt: Einwilligungsmüdigkeit.“ Obwohl es sich beim Datenschutz im World Wide Web um ein gut gemeintes Anliegen handele, werde dieser von einer Verkomplizierung und übermäßigen Bürokratisierung eher beeinträchtigt.

Viele Internetnutzerinnen und -nutzer verwenden Hilfsmittel, um das wiederholte Ausfüllen der aufploppenden Fenster auf neuen Webseiten zu vermeiden. Nach den Umfrageergebnissen setzen 41 Prozent Add-ons wie Adblocker ein, um Cookie-Abfragen zu blockieren.

„Zwar scheinen Adblocker erst einmal ein praktisches Tool für weniger lästige Hinweise zu sein, allerdings schaffen sie für beide Seiten auch Nachteile“, erklärt Rabe. „Für Nutzerinnen und Nutzer bedeuten sie unter anderem einen eingeschränkten Zugang zu Inhalten, weniger Individualisierung auf der Webseite und eine möglicherweise geringere Transparenz bei der Auswahl von Datenschutzoptionen.“ 

Für Webseitenbetreiber könnten Adblocker ein Verlust von Werbeeinnahmen und verfälschte Analysedaten nach sich ziehen, was vor allem für digitale Dienstanbieter in der EU Nachteile mit sich bringt.

Cookie-Banner als Hürde

Cookie-Hinweisfenster beeinträchtigen zudem spürbar die Nutzerfreundlichkeit, da sie regelmäßig erneut angeklickt werden müssen. Der Umfrage zufolge geben 36 Prozent der Befragten an, die Cookie-Einstellungen inhaltlich nicht zu verstehen. Nur 17 Prozent treffen eine bewusste Auswahl bei den Tracking-Optionen.

„Das Internet muss für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich und verständlich sein“, appelliert Rabe. Mit diesem Ziel stünde die Art und Weise wie Cookie-Banner derzeit funktionieren und gehandhabt werden im Konflikt.

„Wir brauchen eine Reformierung der Cookie-Banner“

Datenschutz hat für die Deutschen einen hohen Stellenwert: 73 Prozent gestatten grundsätzlich nur ein Minimum an Tracking-Optionen, 57 Prozent löschen regelmäßig Cookies. Die Mehrheit setzt sich also durchaus aktiv mit dem eigenen Datenschutz auseinander. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass die derzeitigen Regelungen in der Praxis noch verbesserungswürdig sind.

„Wir brauchen eine Reformierung der Cookie-Banner“, betont Rabe. Er fordert: „Es muss eine Lösung geben, die Datenschutz gewährleistet und gleichzeitig nicht die Benutzerfreundlichkeit von Webseiten beeinträchtigt.“

Eine EU-weite Harmonisierung und umfassende, klare und angemessene Schutzregeln für Bürgerinnen und Bürger im Netz seien dem Verband zufolge erforderlich. Die im Digitalen Omnibus der EU vorgeschlagenen Anpassungen zur Vereinfachung der Datenschutzhinweise begrüße eco daher ausdrücklich.

Red.


Über die Umfrage

Die Befragung wurde als Online-Erhebung unter Mitgliedern des YouGov Panels durchgeführt, die im Vorfeld ihre Teilnahme zugesagt hatten. Zwischen dem 24. und 27. Oktober 2025 wurden 2.343 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.


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