Mut statt Komfortzone: Anja Mahler, Marketingleiterin bei i.safe MOBILE, hat in ihrer Karriere immer wieder vermeintliche Sicherheit gegen neue Chancen eingetauscht. Im Interview spricht sie über prägende Entscheidungen, die Bedeutung von Eigenverantwortung und warum für sie Erfolg vor allem eines bedeutet: die Freiheit, Ideen voranzubringen und Gestaltungsspielräume zu nutzen.

Welche Entscheidung hat Ihre Karriere am stärksten geprägt – und was hat diese Entscheidung ausgelöst?
Anja Mahler: Eine Entscheidung habe ich in meinem Berufsleben immer wieder getroffen: die vermeintliche Sicherheit zu verlassen, um weiterzukommen. Das fing schon früh an, als ich eine feste Stelle aufgegeben habe, um Betriebswirtschaft zu studieren. Anschließend bin ich in die Stabsstelle einer Kommunalverwaltung gewechselt – ein sicherer Job, nur eben ohne große Entwicklungsmöglichkeiten. Mir fehlten die Freiräume, und ich habe gemerkt: Ich will gestalten, nicht verwalten. Also habe ich die Verwaltung gegen ein Start-up eingetauscht.
Bei jedem dieser Schritte hieß es: „Wie kannst du das nur machen, wo doch alles sicher ist?“ Bei i.safe MOBILE gab es keine festen Strukturen, dafür jede Menge Raum, um sie selbst zu schaffen. Ich habe das Marketing als Ein-Personen-Bereich aufgebaut, heute leite ich ein Team und bin in strategische Unternehmensentscheidungen eingebunden. Dazu kommen viele Themen über das Marketing hinaus. Genau diese Vielseitigkeit macht meinen Job für mich so spannend.
Was war Ihr größter beruflicher Irrtum und was haben Sie daraus gemacht?
Anja Mahler: Rückblickend war mein größter Irrtum, zu lange in einem Umfeld zu bleiben, das nicht zu mir gepasst hat. Mein Drang, Dinge zu verändern und Ideen umzusetzen, fand dort wenig Raum. Ich habe viel Gegenwind erlebt und musste einige Rückschläge einstecken.
Mit zwei Kindern im Grundschulalter war die Sicherheit lange ein starkes Argument zu bleiben. Irgendwann war der Wunsch nach Veränderung aber größer als die Angst vor dem Risiko, und ich habe den Schritt gewagt. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, was ich wirklich will – insofern war der Irrtum im Nachhinein eine der wichtigsten Lektionen meiner Karriere.
Was treibt Sie im Job mehr an: das Ergebnis oder der Weg dorthin?
Anja Mahler: Mich treibt ganz klar das Ergebnis an. Bei gelungenen Projekten denke ich zuerst daran, was am Ende daraus entstanden ist. Der Weg dorthin darf auch mal holprig sein – weil ich für meine Themen brenne, lasse ich mich davon nicht aufhalten. Ich habe gelernt: Wenn das Ziel klar ist, findet sich immer ein Weg. Ist es nicht Plan A, dann eben Plan B oder C.
Gerade bei langen Projekten – ob bei einem großen Event oder unserem Neubau – gibt es Phasen, die Kraft kosten. Umso mehr freue ich mich, wenn sich die einzelnen Bausteine zu einem Ganzen fügen und wir als Team wieder etwas richtig Gutes geschaffen haben. Diese Begeisterung für das, was entstanden ist, treibt mich jedes Mal aufs Neue an.
Wo arbeiten Sie lieber: remote oder vor Ort – und was macht für Sie den Unterschied?
Anja Mahler: Ich arbeite klar lieber vor Ort. Der direkte Austausch ist für mich unbezahlbar: Viele Abstimmungen und Entscheidungen, die remote einen Termin oder eine lange Mail-Schleife bräuchten, klären wir hier in wenigen Minuten. Außerdem bekomme ich im Büro wichtige Informationen aus anderen Bereichen unmittelbar mit, die im Homeoffice oft gar nicht ankommen. Und nicht zuletzt schätze die Atmosphäre bei uns und ein großartiges Team. Auch die kleinen Momente zwischendurch, in denen wir gemeinsam lachen, gehören für mich einfach dazu.
Wo liegt für Sie der Schlüssel zum Erfolg: im Austausch mit anderen oder in möglichst viel Eigenverantwortung?
Anja Mahler: Für mich liegt der Schlüssel in der Kombination, aber in einer klaren Reihenfolge. Ich arbeite mich zuerst selbst in ein Thema ein, wäge Optionen ab und bilde mir eine eigene Meinung. Dann gehe ich gezielt mit Kolleginnen und Kollegen oder Sparringspartnern in den Austausch. Mir ist wichtig, offen zu diskutieren und gemeinsam die beste Lösung zu finden. Und wenn ich bei einem Thema mal feststecke, bringt mich das Gespräch immer weiter.
Was bedeutet Erfolg für Sie heute?
Anja Mahler: Erfolg bedeutet für mich heute die Freiheit, Dinge zu entscheiden, Ideen voranzutreiben und neue Wege zu gehen – und am Ende zu sehen, was daraus für unser Unternehmen gewachsen ist.


