Mut, Lernfähigkeit und klare Ergebnisorientierung: Jannik Linke, Gründer und Geschäftsführer von Clementine Media, setzt auf unternehmerische Eigenverantwortung statt klassische Karrierepfade. Warum der Aufbau eines eigenen Unternehmens seine wichtigste Entscheidung war, welche Irrtümer ihn entscheidend vorangebracht haben und weshalb für ihn am Ende nur messbare Resultate zählen, erklärt er im Interview.

Welche Entscheidung hat Ihre Karriere am stärksten geprägt – und was hat diese Entscheidung ausgelöst?
Jannik Linke: Mich für den eigenen Weg zu entscheiden und etwas Eigenes aufzubauen, statt den klassischen Weg über eine feste Anstellung zu gehen. Dafür brauchte es vor allem den Mut, es mir überhaupt zuzutrauen. Ohne diesen Schritt wäre ich heute nicht da, wo ich bin.
Was war Ihr größter beruflicher Irrtum und was haben Sie daraus gemacht?
Jannik Linke: Da fallen mir direkt zwei Sachen ein. Zum einen habe ich lange gedacht, ich könne alles selbst am besten, und hatte entsprechend Respekt davor, Mitarbeiter einzustellen. Heute ist mir klar: Ohne Team kein Wachstum.
Zum anderen dachte ich, ein gutes Produkt reicht und die Kunden kommen von ganz allein. Tun sie nicht. Genau diese Erfahrung hilft mir heute, denn im Grunde lösen wir bei Clementine Media für unsere Kunden dasselbe Problem: Wir unterstützen öffentliche Arbeitgeber dabei, im Wettbewerb um Fachkräfte sichtbar zu werden und die passenden Talente für sich zu gewinnen. Beides musste ich erst lernen, und beides hat mich am Ende deutlich weitergebracht.
Was treibt Sie im Job mehr an: das Ergebnis oder der Weg dorthin?
Jannik Linke: Ganz klar das Ergebnis. Am Ende zählen Resultate. Mir geht es darum, was beim Kunden wirklich ankommt und ihn tatsächlich weiterbringt und nicht nur schön klingt.
Wo arbeiten Sie lieber: remote oder vor Ort – und was macht für Sie den Unterschied?
Jannik Linke: Remote. Ehrlich gesagt, aber auch vor allem, weil unser Geschäftsmodell das hergibt. Für das ganze Team bedeutet das eine enorme Flexibilität, ohne dass die Qualität der Arbeit leidet. Für mich macht dabei nicht der Ort den Unterschied, sondern wie man arbeitet: Bei uns zählt das Ergebnis, nicht die Anwesenheit. Und genau das passt zu Remote.
Wenn es schnell gehen muss: Kopf oder Bauch?
Jannik Linke: Bauch. Wenn es schnell gehen muss, verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl, und das ist im Grunde ja nichts anderes als gebündelte Erfahrung. Der Kopf kommt vorher und nachher dran: vorher, um die Erfahrung aufzubauen, und nachher, um die Entscheidung nochmal zu prüfen.
Was bedeutet Erfolg für Sie heute?
Jannik Linke: Erfolg bedeutet für mich heute, möglichst frei entscheiden zu können: woran ich arbeite, mit wem und wann.
Zur Person
Jannik Linke ist Gründer und Geschäftsführer der Clementine Media GmbH. Mit seinem im Jahr 2019 gegründeten Unternehmen hat der Wirtschaftsingenieur sich auf die Personalgewinnung im öffentlichen Sektor mithilfe von Neuro-Recruiting spezialisiert.


