Trotz Krisen und Unsicherheiten: Gründungen in Heilbronn-Franken bleiben auf stabilem Niveau

Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten halten sich die Unternehmensgründungen in Heilbronn-Franken auf einem stabilen Niveau. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Gründungsreport der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken hervor.

Gründungen in Heilbronn-Franken
Die meisten Gründungen in Heilbronn-Franken gingen im Jahr 2024 auf Männer zurück. Zugleich ist der Frauenanteil gestiegen. Foto: Adobe Atock/fizkes

Die Gründungsszene in Heilbronn-Franken lässt sich auch vom schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nicht aus der Ruhe bringen. Wie der IHK-Gründungsreport für das Jahr 2024 belegt, verharrt die Zahl der Gründungen nach wie vor auf einem hohen Niveau.

Hauptsächlich werde im Dienstleistungssektor gegründet, so die Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken in einer Mitteilung. Aber auch Nebenerwerbsgründungen liegen im Trend. Gegründet wurde meistens von Männern, doch der Anteil der Frauen wächst und liegt derzeit bei 41 Prozent.

Gründungen in Heilbronn-Franken: Meist wird im Nebenerwerb gegründet

„Heilbronn-Franken ist eine Gründungsregion. Das zeigt sich besonders dann, wenn’s schwierig wird. 2024 war für die Wirtschaft kein gutes Jahr. Eine Krise jagte die nächste, Aussichten auf Besserung gab es kaum“, so Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken. „Da ist es schon bemerkenswert, dass die Gründerinnen und Gründer der Mut nicht verlässt und sie trotz allem den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. So beobachten wir nur einen minimalen Rückgang der Gewerbeanmeldungen gegenüber 2023.“

Nachdem die Gründungsaktivität in Heilbronn-Franken zwischen 2020 und 2023 kontinuierlich angestiegen war, habe die Region 2024 gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 0,4 Prozent zu verzeichnen gehabt. Im gesamten Baden-Württemberg habe es jedoch einen Rückgang von 1,3 Prozent gegeben, sodass Heilbronn-Franken im landesweiten Vergleich noch immer vorn liegt.

Den 8276 Gewerbeanmeldungen in der Region Heilbronn-Franken stehen 6891 Gewerbeabmeldungen gegenüber. Dies entspreche einem Saldo von 20 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung von rund fünf Prozentpunkten ausmache. Der Bereich „Sonstige Dienstleistungen“ war 2024 am häufigsten von Betriebsaufgaben betroffen. Dazu gehören personenbezogene Dienstleistungen wie etwa Frisör- und Kosmetikbetriebe, Reparaturservices, Bestattungsunternehmen sowie Organisationen wie Vereine, Kirchen oder Interessensvertretungen.

Die „Sonstigen Dienstleister“ sind außerdem der stärkste Wachstumsträger. Fast 43 Prozent (2833 insgesamt) der Gründungen stammen aus diesem Bereich, wobei über 80 Prozent als Einzelunternehmen eingetragen wurden. Traditionell überwiegen die Gründungen im Nebenerwerb. Ihr Anteil ist etwa doppelt so hoch wie der der Neugründungen im Haupterwerb. Im Fünf-Jahres-Vergleich haben Letztere aber aufgeholt und 2024 einen Spitzenwert von 2458 Neugründungen erreicht.

Red.

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