Geopolitische Spannungen, zunehmende Cyber-Risiken und bislang überschaubare Erträge aus KI-Investitionen drücken weltweit auf die Stimmung der Topmanager. Wie Künstliche Intelligenz sich dennoch gewinnbringend nutzen lässt, zeigt die 29. Global CEO Survey des Beratungsunternehmens PwC.

Was den Blick in die Zukunft angeht, zeigen sich CEOs weltweit zurückhaltend. Geopolitische Spannungen, wachsende Cyber-Risiken sowie bislang noch geringe Erträge aus KI-Investitionen und neuen Geschäftsmodellen drücken ihre kurzfristige Zuversicht beim Umsatzwachstum der eigenen Organisation auf den niedrigsten Stand seit 2021.
Nur noch 30 Prozent (Vorjahr: 38 Prozent) blicken optimistisch nach vorn. In Deutschland hat sich die Stimmung der CEOs zwar leicht aufgehellt, mit 22 Prozent Zuversicht (Vorjahr: 16 Prozent) bleibt sie jedoch weiterhin unter dem globalen Durchschnitt.
Die Ergebnisse der 29. Global CEO Survey von PwC zeigen, dass es vielen Unternehmen im derzeit komplexen Geschäftsumfeld schwerfällt, ihre Investitionen in nachhaltige Gewinne umzusetzen. Besonders deutlich wird dies bei Künstlicher Intelligenz, deren Einsatz für die Mehrheit der Unternehmen bislang kaum messbare Resultate liefert. Für die Studie hat PwC weltweit 4.454 CEOs in 95 Ländern befragt, wie PwC Deutschland in einer Mitteilung berichtet.
Die Herausforderung der Transformation
In einem Umfeld, in dem sich sowohl technologische als auch geopolitische Rahmenbedingungen grundlegend wandeln, richtet sich die größte Sorge der CEOs auf das Tempo, mit dem sie ihre Organisation zukunftsfähig ausrichten können.
Für 57 Prozent der Befragten in Deutschland (global 42 Prozent) stellt sich dabei vor allem eine zentrale Frage: „Transformieren wir unser Unternehmen schnell genug, um mit dem Umfang und Tempo des technologischen Wandels Schritt zu halten, auch in Bezug auf KI?“ Gefolgt von: „Ist die Innovationsfähigkeit meines Unternehmens ausreichend für unsere ungewisse Zukunft?“ (Deutschland 38 Prozent, global 29 Prozent).
KI als Wachstumshebel nutzen
Obwohl viele Unternehmen bereits KI-Grundlagen gelegt und Pilotprojekte gestartet haben, geben mehr als die Hälfte der weltweit befragten CEOs (in Deutschland über zwei Drittel) an, bislang keine messbaren Effekte Künstlicher Intelligenz im Geschäftsergebnis zu sehen.
Demgegenüber steht nur eine kleine Gruppe, die KI schon sehr erfolgreich einsetzt: Erst jedes achte Unternehmen weltweit (12 Prozent) erzielt damit sowohl Kostenvorteile als auch zusätzliche Umsätze. In Deutschland berichten 11 Prozent der CEOs von Umsatzsteigerungen durch KI, 16 Prozent von rückläufigen Kosten. Bei Umsatzsteigerungen durch KI liegen chinesische Unternehmen vorn (51 Prozent), während US-amerikanische CEOs am häufigsten von sinkenden Kosten berichten (38 Prozent).
„Die Ergebnisse zur KI-Adoption zeigen eine Diskrepanz zwischen hohen Erwartungen und einer ernüchternden Realität. Wir sehen eine große Bereitschaft, in KI zu investieren – aber nur eine kleine Minderheit von Unternehmen erzielt damit auch messbare Ergebnisse“, berichtet Petra Justenhoven, Sprecherin der Geschäftsführung von PwC Deutschland und Chairwoman des Management Boards von PwC Europa. „Besonders rar ist noch die Fähigkeit, sich mithilfe von KI vom Wettbewerb zu differenzieren, neue Erlösquellen zu erschließen und dadurch zu wachsen.“
Die Vorreiter haben KI bereits umfassend verankert – etwa mit Blick auf Datenverfügbarkeit und verantwortungsvolle KI – und nutzen die Technologie unternehmensweit: nicht nur im Backoffice oder in internen Abläufen, sondern ebenso in ihren Produkten und Services sowie in der strategischen Entscheidungsfindung. Unternehmen, die in mindestens sechs der sieben untersuchten KI-Praktiken über gute oder sehr gute Grundlagen verfügen, berichten 2,3-mal häufiger von Umsatzsteigerungen und 1,7-mal häufiger von Kostensenkungen.
Red.


