Im Studienalltag an deutschen Hochschulen spielt Künstliche Intelligenz (KI) eine immer größere Rolle. Dies belegt eine Befragung unter Studierenden zum Thema KI, die anlässlich des CHE Hochschulrankings im Wintersemester 2024/25 erhoben wurde.

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend an Bedeutung im Studienalltag deutscher Hochschulen. Etwa zwei Drittel der Studierenden verwenden KI-Tools wie ChatGPT mindestens einmal wöchentlich, während ein Viertel diese sogar täglich nutzt.
Die Anwendungsbereiche reichen von allgemeinen Recherchen bis hin zu Übersetzungen und variieren deutlich je nach Studienfach. Die Zufriedenheit der Studierenden mit den vorhandenen Angeboten zum Erwerb von KI-Kompetenzen an ihren Hochschulen ist hingegen eher gering. Diese Erkenntnisse stammen aus einer der umfangreichsten Befragungen an deutschen Hochschulen zum Thema KI, die im Rahmen des CHE Hochschulrankings im Wintersemester 2024/25 durchgeführt wurde, so das Zentrum für Hochschulentwicklung (CHE) in einer Mitteilung.
Künstliche Intelligenz ist unter Studierenden an deutschen Hochschulen weit verbreitet
Die Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Heute verwenden 25 Prozent der Studierenden in Deutschland KI-Anwendungen täglich, weitere 40 Prozent greifen mindestens wöchentlich darauf zurück. Nur etwa jeder sechzehnte Studierende gibt an, KI im Rahmen des Studiums bislang nicht genutzt zu haben.
Dies belegt ein aktueller DatenCHECK des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, der eine interaktive Darstellung der Daten ermöglicht – unter anderem nach unterschiedlichen Nutzungszwecken sowie auf Ebene der untersuchten Fachrichtungen.
Grundlage bilden die Ergebnisse einer Befragung von 23.288 Studierenden deutscher und österreichischer Hochschulen im Wintersemester 2024/25. Dabei wurden Studierende aus unterschiedlichen Studienbereichen einbezogen, darunter Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Sprachwissenschaften.
KI-Nutzung unter Studierenden variiert von Fach zu Fach
Wie bereits bei einer vergleichbaren Erhebung des CHE im Vorjahr zeigen sich auch diesmal deutliche Unterschiede in der Häufigkeit der KI-Nutzung je nach Studienfach. Den höchsten Anteil regelmäßiger KI-Anwender im Studium verzeichnet das Fach Mechatronik mit über 75 Prozent. In der Fächergruppe Bau- und Umweltingenieurwesen hingegen nutzen lediglich etwa die Hälfte der Studierenden mindestens einmal wöchentlich ChatGPT oder andere KI-Systeme.
Auch hinsichtlich der verschiedenen Anwendungsbereiche von Künstlicher Intelligenz zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Fachrichtungen. So verwenden etwa 60 Prozent der Mechatronik-Studierenden KI-Tools mindestens einmal pro Woche für allgemeine Recherchen, während dieser Anteil in der Germanistik lediglich bei einem Drittel liegt. Meist nutzen Studierende die Künstliche Intelligenz als „Sparringspartner“ beispielsweise zur allgemeinen Recherche oder zum Brainstorming.
„Für die Texterstellung oder Literaturrecherche spielt KI als Ghostwriter hingegen bislang bei den Studierenden eine weniger große Rolle. Ein Drittel der anonym befragten Studierenden hat angegeben, zur Textgenerierung im Studium noch nie ChatGPT genutzt zu haben“, berichtet Studienautor Marc Hüsch. „Hohe Erwartungen der Studierenden an klare Richtlinien für den Umgang mit KI sprechen zudem für einen kritisch-reflektierenden Umgang beim Einsatz von KI im Studienalltag“.
Angebot zum Erwerb von KI-Kompetenzen noch ausbaufähig
Obwohl Studierende Künstliche Intelligenz bereits häufig und fächerübergreifend im Studium einsetzen, scheint es an deutschen Hochschulen noch an flächendeckenden Angeboten zum Erwerb von KI-Kompetenzen zu fehlen. Das vorhandene Angebot wird von den Studierenden im Durchschnitt lediglich mit 2,7 von 5 Sternen bewertet.
„Hochschulen sollten durch flächendeckende Angebote zum Erwerb von KI-Kompetenzen sicherstellen, dass alle Studierenden von den Anwendungsmöglichkeiten gleichermaßen profitieren“, so Marc Hüsch. „KI-Kompetenzen sollten daher curricular verankert und der Umgang mit KI zum festen Bestandteil der wissenschaftlichen Methodenlehre werden.“
Red.
Über den DatenCHECK
Dem DatenCHECK liegt eine Befragung im Rahmen des CHE Hochschulrankings 2025 zu Grunde, die im Wintersemester 2024/25 durchgeführt wurde. In ganz Deutschland sowie in Österreich wurden insgesamt 23.288 Studierende in grundständigen Studiengängen ab dem dritten Fachsemester an 171 Hochschulen befragt.

