Brücken in den Arbeitsmarkt: Mentorinnen-Programm stärkt berufliche Perspektiven für Migrantinnen

In Baden-Württemberg hat das Mentorinnen-Programm für Migrantinnen ein Rekordergebnis zu verzeichnen. Noch nie konnten so viele Teilnehmerinnen von individueller Begleitung, neuen beruflichen Chancen und wertvollen Netzwerken profitieren.

Mentorinnen-Programm für Migrantinnen
Erfolgreiche Vernetzung: Teilnehmerinnen des Mentorinnen-Programms und ihre Mentorinnen tauschen sich zu beruflichen Möglichkeiten aus. Foto: Adobe Stock/Mediaphotos

In Baden-Württemberg hat das Mentorinnen-Programm für Migrantinnen seine neunte Runde mit einem Rekordergebnis beendet. 105 Frauen mit Migrationsgeschichte haben es erfolgreich abgeschlossen – mehr als je zuvor.

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg geförderte Programm wird von den Kontaktstellen Frau und Beruf Baden-Württemberg durchgeführt. Es verfolgt das Ziel, Migrantinnen berufliche Perspektiven zu eröffnen, ihre Potenziale sichtbar zu machen und ihnen einen nachhaltigen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dies berichtet das Land Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

„Mit dem Mentorinnen-Programm bauen wir Brücken“

„Das Mentorinnen-Programm für Migrantinnen ist ein herausragendes Erfolgsmodell, das seit 2017 nachhaltig berufliche Perspektiven schafft. Viele Migrantinnen kommen zu uns, weil sie hier gute Arbeitsbedingungen und eine hohe Lebensqualität für ihre Familien finden“, so Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

„Sie bringen wertvolle Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven mit, die unsere Wirtschaft dringend braucht. Mit dem Mentorinnen-Programm bauen wir Brücken: Wir unterstützen diese Frauen dabei, ihre Talente zu entfalten, Selbstvertrauen zu gewinnen und ihren Platz im Arbeitsmarkt zu finden. Das ist gelebte Fachkräftesicherung und gelebte Integration zugleich.“

Migrantinnen erlangen Zugang zum Arbeitsmarkt

Die Resultate verdeutlichen die Effektivität des Programms: Nahezu die Hälfte der 105 Teilnehmerinnen fand im Anschluss eine qualifizierte Anstellung. Rund ein weiteres Drittel startete eine Weiterbildung, eine Berufsausbildung oder absolvierte ein Praktikum.

Darüber hinaus berichten viele Mentees, dass sie durch die intensive Betreuung neues Selbstvertrauen entwickelt haben und nun aktiv ihre berufliche Laufbahn planen. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der aktuellen Befragung wider, die sehr hohe Zustimmungswerte aufweist.

Die rund 150 Teilnehmerinnen nutzten im Haus der Wirtschaft die Gelegenheit, um auf der Karriere Expo direkt mit Unternehmen wie der Deutschen Bahn, dem Klinikum Stuttgart oder der ENBW ins Gespräch zu kommen.

Zahlreiche Infostände informierten über Weiterbildungsmöglichkeiten und berufliche Orientierung in Branchen wie der IT und der Verwaltung. Anlaufstellen für Sprachkurse, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Qualifikationen sowie Netzwerke für interkulturellen Austausch ergänzten das Spektrum an Integrations- und Beratungsleistungen.

Red.


Über das Mentorinnen-Programm

Im Rahmen des Mentorinnen-Programms begleiten ehrenamtliche Mentorinnen die Teilnehmerinnen (Mentees) sechs bis acht Monate lang bei deren beruflicher Entwicklung und Karriereplanung. Mentees und Mentorinnen arbeiten dabei im Tandem zusammen. Die Mentorinnen sind beruflich erfolgreiche Frauen, die häufig selbst über einen Migrationshintergrund verfügen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen konkrete Themen wie Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräche, der Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern und arbeitsmarktrelevanten Netzwerken sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.


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