Doppelte Spitzenleistung: Heilbronner Stipendiatin verbindet Bundesliga-Sport und KI-Studium

Spitzensport in der 1. Bundesliga und KI-Studium? Mia Scharpf zeigt, wie in der Region beides möglich ist. Ein neues Stipendiaten-Programm in Heilbronn unterstützt sie dabei, Leistung auf dem Spielfeld und im Hörsaal zu verbinden.

Stipendiaten-Programm in Heilbronn
Kein mentaler Druck mehr: Das Spitzensport-Stipendium ermöglicht Mia Scharpf, Studium und Football erfolgreich zu verbinden. Foto: Selina Deuss

Zwei Football-Einheiten pro Woche mit dem Team, dazu zwei bis vier Trainingseinheiten im Gym, Sondertrainings für die Receiver und regelmäßige Spielanalysen – der Wochenplan von Mia Scharpf ist eng getaktet. Und dennoch: Die 22-jährige American-Football-Spielerin steht nicht nur als Wide Receiver in der Offence bei den Unicorns in Schwäbisch Hall in der 1. Bundeliga auf dem Footballfeld, sie studiert parallel „Angewandte Künstliche Intelligenz“ an der Hochschule Heilbronn.

Seit dem Sommersemester 2025 wird sie hierbei durch das neue Spitzensport-Stipendium der Heilbronner Hochschulen gefördert. Die Grundidee des neuen Förderprogramms ist es, studierende Athletinnen und Athleten in der Region dabei zu unterstützen, Sport und Bildung miteinander zu vereinbaren – ohne sich zwischen beidem entscheiden zu müssen.

Das Spitzensport-Stipendium der Heilbronner Hochschulen

Genau vor dieser Herausforderung stand auch Mia Scharpf. „Ich hatte lange Bedenken, ich müsse mich wegen des Studiums gegen den Leistungssport entscheiden. Das Stipendium hat mir diesen Druck genommen – nicht nur finanziell, sondern auch im Kopf.“

Neben der finanziellen Entlastung bietet das Programm auch gezielte organisatorische Unterstützung – etwa durch individuelle Studienplanung, Tutorien oder die Vermittlung von Kontakten zu potenziellen Arbeitgebern in der Region.

„Ein großer Vorteil ist für mich, dass es mit Jan Willner einen persönlichen Ansprechpartner gibt“, erzählt Scharpf. Willner ist Spitzensportbeauftragter der Heilbronner Hochschulen und kennt die Herausforderungen der Stipendiatinnen und Stipendiaten genau. „Es hilft enorm zu wissen, dass ich jederzeit auf ihn zugehen kann – egal, ob es um langfristige Fragen oder konkrete Probleme geht.“

Heilbronn als Studienort

Aktuell werden in Heilbronn 17 Studierende aus 12 verschiedenen Sportarten gefördert. Zum Win-tersemester 2025/2026 sollen weitere hinzukommen. Die Resonanz ist groß – auch über die Region hinaus. „Ich spiele in Schwäbisch Hall und wurde dort schon öfter auf das Stipendium angesprochen“, berichtet die Sportlerin. „Viele interessieren sich dafür und wollen wissen, wie das funktioniert.“

Auch wenn durch den Sport und das Pendeln zwischen Schwäbisch Hall und Heilbronn für Mia Scharpf oft wenig Zeit für Freizeit bleibt, hat sie Heilbronn als Studienort bislang sehr positiv erlebt. „Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Spieleabend zu Beginn des ersten Semesters. Da konnte ich direkt neue Leute kennenlernen, was mir den Start ins Studium echt erleichtert hat.“

Auch gemeinsame Aktivitäten mit Kommilitonen, wie ein Besuch auf dem Weinfest, haben ihr gezeigt, dass Heilbronn mehr bietet als nur Hörsäle und Lernräume. Doch auch die können sich laut Scharpf sehen lassen: Der Bildungscampus und der TechCampus bieten laut der Sportlerin alles, was es für ein erfolgreiches Studium braucht – moderne Ausstattung, gute Lernmöglichkeiten und eine angenehme Atmosphäre. „Cool finde ich, dass es Möglichkeiten gibt, bei gutem Wetter draußen unterwegs zu sein und sich auch mal sportlich bewegen zu können. Das habe ich im Sommer gerne genutzt.“

Der Studiengang „Angewandte Künstliche Intelligenz“

Der Studiengang „Angewandte Künstliche Intelligenz“ an der Hochschule Heilbronn war für Scharpf eine ganz bewusste Entscheidung: „Ich wollte etwas mit Zukunft studieren – und KI ist ein Feld, in dem man ständig dazulernt.“ Dass dieser Studiengang in dieser Form nur an der Hochschule Heilbronn angeboten wird, war für sie ein zusätzlicher Anreiz.

Das Programm verbindet Grundlagen der Informatik und Mathematik mit konkreten Anwendungen in Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Studierende lernen, KI-Systeme zu entwickeln, zu bewerten und einzusetzen – etwa in der Automatisierung, der Datenanalyse oder der Mensch-Maschine-Interaktion.

Gewinn für die Stadt

Das neue Stipendium ist dabei nicht nur ein Gewinn für die Studierenden, sondern auch für die Stadt Heilbronn. Es stärkt den Bildungsstandort, fördert Talente und zeigt, wie innovative Modelle zur Vereinbarkeit von Studium und Sport aussehen können. Mit der Unterstützung der Dieter Schwarz Stiftung und dem Engagement der Hochschulen entsteht ein Netzwerk, das jungen Menschen Perspektiven eröffnet – und Heilbronn als Ort für Spitzenleistung etabliert.

Teresa Zwirner

Foto: Spitzensport-Stipendium/Nico Kurth

Zur Person

Mia Scharpf steht als Wide Receiver in der Offence bei den Unicorns in Schwäbisch Hall in der 1. Bundeliga auf dem Footballfeld.


Über das Stipendium

Das Spitzensport-Stipendium wurde ursprünglich 2009 an der Universität Mannheim vom Unternehmer und ehemaligen Hockey-Olympioniken Klaus Greinert ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung und zuletzt der Dieter Schwarz Stiftung konnte das Programm auf weitere Hochschulen ausgeweitet werden – nun auch auf die Hochschule Heilbronn, die DHBW Heilbronn, das DHBW Center for Advanced Studies und den Campus der TU München in Heilbronn.

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