Weltmarktführer und Future Champions aus Heilbronn-Franken: Diese zwei neuen Namen haben es in den Index geschafft

Der Weltmarktführer-Index von Ökonom Professor Dr. Christoph Müller beweist: Die Anzahl der international führenden Hidden Champions bleibt in Heilbronn-Franken trotz vieler Herausforderungen konstant – einigen, darunter zwei Aufsteigern, brachte 2025 sogar Rekord-Umsätze.

Weltmarktführer-Index 2025
30 Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken werden im Weltmarktführerindex 2025 gelistet. Illustration: Heilbronner Stimme Medienproduktion

Deutschlands Cluster aus Hidden Champions und Weltmarktführern ist so „bedroht wie ein Korallenriff“: Dieses Bild vom kränkelnden Ökosystem, das WirtschaftsWoche-Chefredakteur Horst von Buttlar gleich zum Auftakt des 16. Gipfeltreffens der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall servierte, traf die anwesenden Unternehmer aus der Region weniger, als man hätte vermuten können. In Blitz-Umfragen, Gesprächen und Keynotes während der zwei Gipfeltage überwog unter den Teilnehmern der Glaube, dass das „System des starken Mittelstands“ trotz veränderten wirtschaftlichen Klimas nicht kippen wird.

Dass hinter dieser Überzeugung unter Heilbronn-Frankens Unternehmern nicht nur eine vage Zuversicht steckt, sondern stabile Zahlen, belegt der Weltmarktführer-Index 2025: Heilbronn-Franken bleibt die Region der Weltmarktführer. Alle globalen Spitzen-Unternehmen und Weltmarktführer konnten diesen Titel im vergangenen Jahr verteidigen, einige konnten ihren Umsatz sogar deutlich steigern.

Ein Neuzugang unter den Weltmarktführern

Mehr noch: Mit der i.safe Mobile GmbH aus Lauda-Königshofen gibt es sogar einen Neuzugang. Das Unternehmen, das mobile Kommunikationslösungen für explosionsgefährdete Bereiche und kritische Infrastruktur herstellt, schaffte es erstmals in den Index.

Dass im Gegenzug ein Weltmarktführer ausschied, ist auch kein Grund zur Besorgnis: Flugzeugsitz-Hersteller Recaro wird seit 2025 nicht mehr Schwäbisch Hall zugerechnet, sondern Stuttgart, dem Sitz der Holding.

Bei den so genannten Future Champions – Unternehmen, die gute Chancen haben, in den kommenden Jahren zum Weltmarktführer zu avancieren, gab es ebenfalls einen  „Newcomer“: Uwe Kraft Reitsportgeräte & Metallbau mit Sitz in Frankenhardt-Honhardt im Landkreis Schwäbisch Hall fertigt Pferde-Führanlagen. Mit einem Exportanteil von 89 Prozent und mehr als 16 Millionen Euro Umsatz stehen für ihn die Chancen gut, in die Riege der internationalen Marktführer aufzusteigen. 

Die Voraussetzungen für den Weltmarktführer-Status

„Eine erfreuliche und nicht selbstverständliche Botschaft“, nennt  Prof. Dr. Christoph Müller die Index-Zahlen. Einmal jährlich wertet der Titularprofessor für BWL an der Universität St. Gallen und akademischer Leiter der dortigen HBM Unternehmerschule die Geschäftszahlen der deutschen Top-Unternehmen aus. 

Als globaler High-Performer gilt nach seiner Definition, wer 50 Millionen Euro Umsatz ausweisen kann. Mindestens die Hälfte davon muss das Unternehmen im Ausland erwirtschaftet haben, auf mindestens drei Kontinenten vertreten und Nummer eins oder zwei im jeweiligen Marktsegment sein. Um als Future Champion zu gelten, sind nach Müllers Definition mehr als 40 Prozent Auslandsanteil und mehr als fünf Millionen Euro Umsatz erforderlich.

Für die Region der Weltmarktführer bedeutet das: Anders als Korallenriffe, die unter der Erderwärmung leiden, erweist sich das Champions-Habitat Heilbronn-Franken trotz abgekühlter Konjunktur als lebensfreundliche Umgebung für Hidden Champions. Die finden sich zwischen Neckar und Tauber immer noch in einer Arten- – oder besser: Branchenvielfalt – wie sonst kaum in Deutschland.

Weltmarktführer als Hoffnungsträger

Dass das wirtschaftliche Ökosystem in der Region der Weltmarktführer angesichts der bundesweit schwächelnden Wirtschaft so resilient ist, zeigt sich nach Müllers Einschätzung in drei Punkten:  „Es gibt keine Übernahmen, keinen starken Personalabbau und keine Unternehmensschließungen zu vermelden“ – dabei kämen diese Phänomene mittlerweile durchaus auch bei Weltmarktführern vor.

Und auch wenn der Beschäftigungskompass der IHK Heilbronn-Franken im Januar 2026 weiterhin nach unten zeige und die Arbeitslosenquote ansteige, „machen die Weltmarktführer Hoffnung“, befindet Ökonom Müller. „Zum Beispiel die Würth Gruppe mit ihrem Rekordumsatz in 2026 und ihren vielfältigen Innovationsprojekten. Auch Ziehl-Abegg und Bott haben besser denn je abgeschnitten. Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, bilanzierte er.

Und diese Einschätzung teilt Müller vermutlich mit den Vertretern im Weltmarktführer-Index, die zeigen, wie vital die Global Player sind – und sogar unter widrigen Bedingungen wachsen können. Anders als tropische Korallenriffe.

Natalie Kotowski

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