Energie, Flächen und Innovation zusammendenken, um Wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig Klimaziele zu erreichen: Gastautor Erik Bannwarth erläutert, wie Heilbronn-Franken vom Projekt „Antrieb HN-F“ in Zukunft profitieren kann.

Die Energie- und Mobilitätswende verändert derzeit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vieler Regionen in Deutschland grundlegend. Für eine stark industriell geprägte Region wie Heilbronn-Franken ist diese Transformation zugleich Herausforderung und große Chance.
Mit dem Projekt „Antrieb HN–F“ entwickelt der Regionalverband Heilbronn-Franken gemeinsam mit zahlreichen Partnern ein strategisches Regionalentwicklungskonzept, das die Energieversorgung, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung der Region neu zusammendenkt.
Industriestärke trifft Flächenpotenzial
Zentraler Ausgangspunkt ist eine einfache, aber entscheidende Frage: Wie können Energieerzeugung, Flächennutzung, wirtschaftliche Entwicklung und Mobilität künftig so miteinander verknüpft werden, dass Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig die Klimaziele erreicht werden?
Die Region Heilbronn-Franken verfügt über besondere Voraussetzungen. Einerseits ist sie eine der produktionsstärksten Regionen Baden-Württembergs mit einem hohen Anteil industrieller Wertschöpfung.
Andererseits bietet die Flächengröße in Verbindung mit der unterdurchschnittlichen Bevölkerungsdichte des ländlichen Raums in Heilbronn-Franken vielfältige Chancen für den Ausbau erneuerbarer Energien – etwa durch Wind- und Solarenergie.
Genau hier setzt „Antrieb HN-F“ an: Die räumliche Verbindung von Energieerzeugung und Energieverbrauch soll künftig stärker berücksichtigt werden, um regionale Wertschöpfung zu sichern und Energieinfrastrukturen effizient zu entwickeln.
Klare Zielsetzung für Heilbronn-Franken bis 2040
Das Strategische Regionalentwicklungskonzept (SREK), das im Rahmen des Projekts erarbeitet wird, verfolgt eine klare Zielvision: Bis 2040 soll Heilbronn-Franken eine Vorbildregion für nachhaltige und verlässliche Energieversorgung sowie innovative Mobilitätslösungen sein. Unternehmen sollen dadurch stabile Rahmenbedingungen für Investitionen erhalten, während gleichzeitig neue Technologien und klimafreundliche Geschäftsmodelle entstehen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die intelligente Flächenplanung. Flächen für erneuerbare Energien, Gewerbeentwicklung und Infrastruktur müssen künftig stärker integriert betrachtet werden. So können Energieerzeugung, industrielle Nutzung und regionale Wertschöpfung räumlich enger zusammengeführt werden.
Gleichzeitig sollen verdichtete und ländliche Räume gegenseitig stärker voneinander profitieren: Während ländliche Teilräume aufgrund der siedlungsstrukturellen Gegebenheiten größere Potenziale für erneuerbare Energien bieten, konzentrieren sich viele energieintensive Unternehmen in den urbaneren Zentren der Region.
Kooperation als Schlüssel zur Transformation
„Antrieb HN-F“ versteht sich daher nicht nur als Planungsprojekt, sondern als Plattform für regionale Zusammenarbeit. Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Energieakteure entwickeln gemeinsam Strategien und konkrete Maßnahmen – von innovativen Energie- und Mobilitätslösungen bis hin zu neuen Ansätzen für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung. Damit wird „Antrieb HN-F“ zu einem zentralen Motor für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Denn klar ist: Die Wettbewerbsfähigkeit von morgen entscheidet sich auch daran, wie gut Regionen Energie, Infrastruktur und Flächen strategisch zusammenbringen. Heilbronn-Franken hat dafür die richtigen Voraussetzungen – und mit „Antrieb HN-F“ haben sie einen gemeinsamen Fahrplan für die Zukunft.
Erik Bannwarth
Zur Person
Erik Bannwarth leitet beim Regionalverband Heilbronn-Franken das Förderprojekt RegioStrat „Antrieb HN-F“. Zuvor war er als Projektmanager bei der WFG Raum Heilbronn im Förderprojekt „Transformotive“ tätig.


