Innovation trifft Heimat: Wie die Hohenloher Wirtschafsmesse Zukunftsakzente setzt

Künzelsau wird zum neunten Mal zum Schaufenster für regionale Stärke, Standorttreue und Erfolg: Bei der Wirtschaftsmesse Hohenlohe präsentieren sich 160 Unternehmen – vom Start-up bis zum Weltmarktführer. In diesem Jahr stehen die Zukunftsthemen Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit im Fokus.

Hohenloher Wirtschaftsmesse 2026
Wertvolle Wettbewerbsvorteile auf den Wertwiesen: Sie sind Schauplatz der neunten Hohenloher Wirtschaftsmesse in Künzelsau. Foto: Olivier Schniepp/Linke GmbH

Die eigenen Produkte und Leistungen auf Messen zu präsentieren, war für Lisa Fink von Anfang an selbstverständlich. Noch im gleichen Jahr, in dem das Forchtenberger Unternehmertrio Alexander Beck, Lisa und Daniel Fink 2009 die KlarModul GmbH gründeten – damals noch als Dienstleister für Solar- und Photovoltaikreinigung, waren sie nach Lisa Finks Worten auf Fach- und Regionalmessen dabei.

17 Jahre später sind sie zu Spezialisten für Installation von Photovoltaik, Stromspeichern, Ladestationen und Energiesystemen geworden. Und sie betreten Ausstellungsneuland: Vom 18. bis zum 20. September wird KlarModul zum ersten Mal als eines von 160 Unternehmen aus der Region bei der Hohenloher Wirtschaftsmesse auf den Wertwiesen in Künzelsau dabei sein. „Dort ist das unsere Premiere“, sagt Lisa Fink.

Wenn regionale Wirtschaftskraft sichtbar wird

Dass die Wertwiesen ihrem Namen Ehre machen und sich für Lisa Fink und ihr Team als wertvoll für Sichtbarkeit und Netzwerke erweisen werden, dürfte feststehen: Schon zum neunten Mal stellen die Stadt Künzelsau und der Verein KünAktiv in Zusammenarbeit mit dem Kemptener Veranstalter Mattfeld & Sänger Marketing & Messe regionale Wirtschaftskraft ins Schaufenster: In fünf Messezelten und auf dem großen Freigelände zeigt sich an allen drei Tagen jeweils von 10 bis 17 Uhr, wie stark Hohenlohe und ganz Heilbronn-Franken sind.

Vom Start-up über das lokale Handwerk bis zu global agierenden Mittelständlern und großen Weltmarktführern reicht das Angebot. „Die Unternehmen zeigen, wie innovativ und leistungsfähig unsere Region ist“, fasst es Stefan Neumann, Bürgermeister von Künzelsau, zusammen.

Für ihn besteht der besondere Reiz darin, dass sich auf den Wertwiesen „unsere Unternehmen präsentieren, die auf internationalen Märkten erfolgreich sind und ihre Produkte weltweit auf führenden Fachmessen vorstellen“, gleichzeitig aber ganz bewusst die Gelegenheit nutzten, sich am eigenen Standort zu zeigen, „dort, wo ihre Mitarbeitenden leben und arbeiten“, wo ihre Auszubildenden und Kunden zuhause seien.

Die Hohenloher Wirtschaftsmesse sei deswegen auch ein Bekenntnis zur Region und zu den Menschen, die ihren Erfolg möglich machen – ein „fester Treffpunkt, an dem Wirtschaft, Politik und Bevölkerung unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen“, sagt der Künzelsauer Verwaltungschef.

Regionale Stärke im Wettbewerb um Fachkräfte

Sarah Schmidt, Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative Hohenlohe (W.I.H.), sieht insbesondere für die Aussteller große Chancen im „Heimspiel“: In einer globalisierten Welt sei regionale Präsenz der Hohenloher Unternehmen ein wichtiger Baustein, um im persönlichen Kontakt Vertrauen zu schaffen und Kundenbindung zu vertiefen.

Die Betriebe könnten ein tieferes Verständnis für die lokalen Marktbedürfnisse entwickeln und so Produktentwicklungen und Marketing zielgerichtet anpassen, argumentiert die W.I.H.-Geschäftsführerin. „Gleichzeitig ist die Nähe zum lokalen Arbeitsmarkt im Wettbewerb um die besten Fachkräfte von unschätzbarem Wert“, sagt sie. All das verschaffe den Unternehmen einen strategischen und nachhaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen ohne regionale Wurzeln.

Eine Idee aus Hohenlohe wird zur Erfolgsgeschichte

„Die Idee, den Wirtschaftsstandort Künzelsau und die gesamte Region Hohenlohe gemeinsam stärker sichtbar zu machen, entstand schon 1999“, berichtet Bürgermeister Neumann. Zu den wichtigsten Mitstreitern der Stadt gehörten von Anfang an die Mitglieder des Vereins KünAktiv, der aus dem Zusammenschluss von Kaufmännischem Verein und Werbegemeinschaft hervorging. Matthias Uebele, Vorsitzender von KünAktiv, erinnert sich: „Der Impuls kam damals von meinem Vater Frieder Uebele, der als Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins die Idee an die Stadt herangetragen hat.“

Gemeinsam entwickelten die Initiatoren daraus ein Event, das von Anfang an den Nerv von Wirtschaft und Gesellschaft traf: „Dass bereits die erste Messe mit etwa 150 Ausstellern gestartet ist, hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Bedarf und die Bereitschaft der Unternehmen waren, sich gemeinsam zu präsentieren.

Dieser Gedanke trägt die Messe bis heute: Gemeinsam machen wir die Stärke unserer Region sichtbar“, sagt Uebele von KünAktiv. Und der Künzelsauer Verwaltungschef ergänzt: „Gleichzeitig hat sich die Messe weiterentwickelt. Themen wie Fachkräftesicherung, Ausbildung, Netzwerke und Innovation haben heute einen noch höheren Stellenwert als zu Beginn.“

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und KI

Alle drei Jahre werden seither die Wertwiesen zum Schmelztiegel für Kontakte und Karrieren. Dieses Mal werden Zukunftsthemen wie Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit im Fokus stehen – für Sarah Schmidt „die entscheidenden Säulen für die Wettbewerbsfähigkeit der Hohenloher Unternehmen“.

Digitalisierung ermögliche ihnen höhere Effizienz und liefere die Basis für zielgerichtete Anwendung künstlicher Intelligenz. Nachhaltiges Wirtschaften sei eine strategische Notwendigkeit, um den Anforderungen von Kunden, Investoren und Fachkräften gerecht zu werden. Um Nachhaltigkeit messbar zu machen, brauche es wiederum Digitalisierung.

„Insofern bestehen diese Schwerpunkte nicht nur nebeneinander, sondern tragen gemeinsam zur Innovationskraft unserer Unternehmen und deren Resilienz gegenüber wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen bei“, begründet die W.I.H.-Geschäftsführerin.

Berufsorientierung trifft Messeerlebnis

Der Messefreitag, 18. September, wird erneut zum „Berufsinformationstag“, bei dem sich junge Menschen persönlich mit potenziellen Wunscharbeitgebern über Ausbildungs- und Berufswege austauschen können.

An allen Tagen wird ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Wer nicht gerade im Panorama-Catering-Zelt seinen Hunger stillt, in der neuen Lounge-Arena entspannt, im Action Area kickert und Tore schießt, oder den Kleinen beim Springen auf der Hüpfburg und den zahlreichen Mitmachaktionen zusieht, wird vermutlich an den 160 Messeständen stehen.

Dort erfahren Besucher mehr über Produkte und Dienstleistungen der Hohenloher Unternehmen und können sich über Themen wie Bauen und Sanieren, Reisen, Freizeit sowie Haustechnik und Energie informieren. Zum Beispiel am „Premierenstand“ von KlarModul.

Natalie Kotowski

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