Besucherrekord und Aufbruchstimmung beim Zukunftswiesen Summit 2026: Impressionen des ersten Tages

Gleich der erste Tag des Zukunftswiesen Summit in der Arena Hohenlohe in Ilshofen brach Rekorde: 1700 Gäste, Start-ups und Mittelstand verbreiteten ein Klima von Mut, Macher-Mindset und Motivation.

Zukunftswiesen Summit 2026
Der Zukunftswiesen Summit 2026 ist mit 1700 Gästen in der Arena Hohenlohe in Ilshofen gestartet. Foto: Kotowski

Keine Orkanböen, die Pavillons und Stellwände umlegten und den pünktlichen Start des Zukunftswiesen Summit hätten gefährden können. Hatte der Sturm das Team der Zukunfts-Macher rund um Samuel Keitel kurz vor Start des Netzwerk-Events 2024, damals noch in Blaufelden, vor logistische Herausforderungen gestellt, belohnten wolkenloser Himmel und Sonnenschein die Organisatoren beim dritten Zukunftswiesen Summit für ihre monatelange Vorarbeit.

Es war ein anderer Sturm, der schon Tage vor dem größten regionalen Get together für Mittelstand und Start-ups zu erahnen war, als der Ticketverkauf alle Rekorde brach. Am ersten Veranstaltungstag wurde er als Besucheransturm in der Arena Hohenlohe in Ilshofen dann endgültig spürbar. Lange Schlangen am Einlass, gefüllte Sitzreihen, ein Publikum, das notgedrungen auch alle verfügbaren Stehplätze einnahm. „Wir sind überbucht: 1700 Gäste“, begrüßte Samuel Keitel die Menge.

Großer Andrang bei Keynotes und Panels

Von stürmischem Wetter seinerzeit zu stürmischer Begeisterung unter den diesjährigen Besuchern: So lässt sich auch der Auftakt der dritten Zukunftswiesen Summits zusammenfassen. Die Menschen drängten sich, um Keynotes und Panels auf der „Länd Stage“ und der „Innovation Stage“ zu hören, und sich an den Ständen von  Start-ups, Institutionen und Unternehmen zu informieren.

Mehr als 50 junge Gründer, mehr als 100 Mittelständler präsentierten sich und ihre Ideen, netzwerkten und ließen sich von der optimistischen Stimmung erfassen. Und so hätte wohl kaum etwas besser passen können als das Bild von Sturm und Sonne – von herausfordernden Umständen hin zu klaren, positiven Perspektiven – um die Stimmung in der Arena zu beschreiben.

Stürmische Zeiten für die deutsche Industrie

Auch Unternehmer und Gründer geben nicht die Hoffnung auf, dass aus den stürmischen Zeiten für viele deutsche Industriezweige heitere Aussichten für die deutsche Wirtschaft werden. Das wurde in vielen Vorträgen klar. Zwar galt es zunächst für die Gäste, einige ungeschönte Worte der Speaker zu verdauen.

So schätzte Summit-Schirmherr, Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit Moderatorin Fanny Fee Werther, dass die aktuelle Bundesregierung bis zum Ende der Legislatur halten werde: „Ganz sicher nicht!“.

Auch Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg bei der Bundeswehr, malte zunächst ein wenig optimistisches Bild. Deutschland sei „im Fadenkreuz“ vor allem russischer Angriffe. Ob Cyberangriffe, Ausspähung oder die Bedrohung kritischer Infrastruktur – es gelte, nicht nur Streitkräfte aufzubauen, sondern „zivile Verteidigung und gesellschaftliche Resilienz“ zu schaffen. „Das bedeutet: Jeder muss wissen, wie schön und verteidigungswert unsere Heimat ist“.

Resilienz, Innovationskraft und „Ambidextrie“

Resilienz benötigen auch die Unternehmer und Gründer, aber vielleicht noch stärker Innovationskraft. Mit beiden Händen anzupacken war deshalb der Appell, den die Führungskräfte aus dem Mittelstand immer wieder in unterschiedlichen Worten an die Zuhörer richteten.

Und zwar im doppelten Sinn: Dr. Gunther Wobser, CEO und geschäftsführender Gesellschafter des Weltmarktführers Lauda Dr. R. Wobser, nannte im Gespräch mit Elke Döring, Geschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, immer wieder die „Ambidextrie“ als Basiskomponente für unternehmerischen Erfolg.

Er erklärte den Fachbegriff so: „Es bedeutet Beidhändigkeit – und konkret: mit der einen, stärkeren Hand das Kerngeschäft führen und mit der anderen Hand neue Dinge ausprobieren“, das ist laut Wobser für deutsche Unternehmen ganz klar der Weg, das so genannte Innovators Dilemma zu vermeiden und nicht zu lange an altem festzuhalten.

„Wir müssen das Unternehmertum umarmen“

Noch radikal zukunftsgerichteter klang es bei Managing Director Thuy-Ngan Trinh und Associate Partner Korbinian Richter der Berliner Wachstumberatung A11: Aktuell seien die Zahlen ernüchternd, „in Deutschland tragen Start-Ups nur zu 5 Prozent zum Wirtschaftswachstum bei.“

„Deswegen müssen wir auch auf den Mittelstand fokussieren und ihn umbauen. Das Schlagwort: Rekubation –„eine Inkubation des eigenen Geschäftsmodells“, erklärte Richter. Was er damit meinte: Gerade in punkto KI müssten manche Unternehmen zunächst so tun, „als würden sie ihren eigenen Wettbewerber gründen und neu aufbauen, aber AI first.“

Was nach unternehmerischem Tornado klingt, bedeutete nach den Worten des Berater-Duos aber vor allem Vorsprung: In Use Cases habe A11 innerhalb von drei Monaten zehn Prozent mehr Zusatz-Umsatz und einen um 60 Prozent höheren Automatisierungsgrad gemessen. „Doch dafür braucht man Eier, wie Oli Kahn das ausdrückt. Wir müssen das Unternehmertum umarmen.“

Genau diese Einstellung ist trotz aller Widrigkeiten lebendig. Ob für Rapper Kollegah, der seit zwei Jahren auch als Unternehmer erfolgreich ist, ob in der Panel-Diskussion zwischen Dr. Klaus Geißdörfer, CEO von ebm-papst, Alfons Riek, VP Technology and Innovation bei der Festo Gruppe und Florian Kasten, Abteilungsleiter B2C bei Würth Modyf, oder für Dr. Walter Döring als Förderer des Summits – für sie alle stand fest: „Das Mindset der Menschen stimmt.“ Gäbe es so etwas wie einen Wetterbericht für das Klima in Mittelstand und Gründerszene, müsste es für den ersten Tag des dritten Zukunftswiesen Summit heißen: „Ein Hochdruckgebiet nähert sich“.

Natalie Kotowski

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