Angesichts der demografischen Entwicklung wird der Fachkräftemangel für die deutsche Wirtschaft immer mehr zur Herausforderung. Nun zeigt eine Befragung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW): 77 Prozent der Beschäftigten wären bereit, mehr zu arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden.

Bis zum Ende der Amtszeit von Friedrich Merz wird die Zahl der Renteneintritte die der nachrückenden jungen Beschäftigten um etwa zwei Millionen übersteigen. Für die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar. Denn um den Wohlstand zu sichern, steigt der Arbeitsbedarf weiterhin.
Eine aktuelle Beschäftigtenbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) verdeutlicht, dass rund drei Viertel der Befragten bereit wären, ihre Arbeitszeit zu erhöhen, sofern Steuern und Sozialabgaben reduziert würden. Eine Ausweitung der wöchentlichen Arbeitsstunden könnte somit einen wichtigen Beitrag leisten, um den Rückgang der Erwerbsbevölkerung zumindest teilweise zu kompensieren. Im Mai und Juni 2025 wurden hierfür knapp 5.000 Beschäftigte befragt. Dies berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft in einer Mitteilung.
Großteil der Beschäftigten zur Mehrarbeit bereit
Mit Abstand am wichtigsten sind den Beschäftigten in diesem Zusammenhang die finanziellen Aspekte. An zweiter Stelle folgt das Homeoffice. 57 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehr arbeiten würden, wenn sie häufiger im Homeoffice oder mobil arbeiten könnten. Eine flexible Arbeitszeit ist den Befragten fast genauso wichtig.
Zudem zeigt sich: 86 Prozent der unter 30-Jährigen sind bereit, mehr zu arbeiten. Bei den Befragten, deren Alter 55 Jahre oder mehr betrug, waren es nur 69 Prozent. Davon abgesehen hängt die Bereitschaft zu längeren Arbeitszeiten nicht vom Geschlecht, der Branche oder der Frage, ob jemand im Büro arbeitet oder nicht ab.
„Wenn die Politik will, dass die Leute wieder mehr arbeiten und dadurch den Wohlstand sichern, muss sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, so IW-Studienautor Holger Schäfer. „Die Befragung zeigt sehr deutlich, dass etwa eine geringere Abgabenlast Mehrarbeit attraktiver macht. Eine Forderung nach Mehrarbeit muss durch geeignete Anreize ergänzt werden, damit mehr Arbeit sich lohnt.“
Red.


