In den kommenden zwei Jahren beabsichtigen nur wenige Unternehmen ihr Homeoffice-Angebot einzuschränken oder komplett einzustellen. Dies belegt eine repräsentative Umfrage des ZEW Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung.

Das Homeoffice erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Dementsprechend haben nur wenige Unternehmen vor, ihr Homeoffice-Angebot in den nächsten zwei Jahren zu reduzieren oder komplett einzustellen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des ZEW Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Juni 2025.
„Die Homeoffice-Nutzung verharrt seit der Corona-Pandemie auf einem konstant hohen Niveau und ein Rückgang ist nicht zu erwarten“, so Studienleiter Dr. Daniel Erdsiek aus dem ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ in einer Mitteilung.
Das Homeoffice ist bei Unternehmen weiterhin beliebt
„Aktuell ermöglichen 80 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft und etwa jedes zweite Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ihren Beschäftigten, an mindestens einem Tag pro Woche im Homeoffice zu arbeiten“, berichtet Erdsiek.
„Bei größeren Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten ist die Nutzungsrate deutlich höher – im Verarbeitenden Gewerbe nutzen 88 Prozent solcher Unternehmen Homeoffice-Angebote und in der Informationswirtschaft sind es mit 98 Prozent fast alle Unternehmen dieser Größe.“
Rund zehn Prozent der Unternehmen mit Homeoffice planen zwar, ihre Angebote zu reduzieren oder abzuschaffen. Weitaus häufiger beabsichtigen Unternehmen jedoch, ihre bestehenden Homeoffice-Möglichkeiten auszuweiten. Sogar bei Unternehmen, die bisher gar kein Homeoffice anbieten, gebe es Pläne, dieses einzuführen.
Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterbindung als Vorteile des Homeoffice
„Besonders positiv bewerten Unternehmen die Wirkung auf die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten. Rund zwei Drittel der Unternehmen sehen hier einen Vorteil von hybriden Homeoffice-Angeboten mit einem Mix aus Präsenz- und Homeoffice-Tagen“, berichtet Erdsiek. Dank der hybriden Modelle, werde es zudem einfacher, Fachkräfte anzuwerben.
Die Mitarbeiterbindung bewerten die Unternehmen dagegen unterschiedlich. So geht etwa die Hälfte von ihnen davon aus, dass das Homeoffice-Angebot einen positiven Effekt auf die Mitarbeiterbindung hat. 31 Prozent der befragten Unternehmen erwarten dagegen negative Auswirkungen.
Auswirkungen des Homeoffice auf Teamarbeit und Produktivität
Besonders kritisch betrachten die Unternehmen dagegen den Einfluss des Homeoffice auf die Teamarbeit und die interne Kommunikation. Ungefähr zwei Drittel von ihnen sehen hier eher einen Nachteil des Homeoffice. Bei der Innovationsfähigkeit gehen 41 Prozent der Unternehmen von negativen Effekten aus. Positive Effekte hybrider Arbeitsmodelle auf die interne Kommunikation oder Innovationsfähigkeit sehen weniger als zehn Prozent der Unternehmen.
Bei der Frage, ob hybride Arbeitsmodelle sich auf die Produktivität von Beschäftigten auswirken, sind die Unternehmen stärker gespalten. Ein Drittel von ihnen befürchtet negative Effekte auf die Produktivität. Demgegenüber gehen 20 Prozent davon aus, dass das Homeoffice die Produktivität steigert. Keine nennenswerte Einfluss auf die Produktivität sieht rund die Hälfte der Unternehmen.
Red.
Über die Umfrage
An der Befragung des ZWE – Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung nahmen im Juni 2025 rund 1200 Unternehmen in Deutschland teil. Die repräsentative Umfrage wurde für den „ZWE-Branchenreport Informationswirtschaft“ durchgeführt.


