Heilbronn-Franken hat im Landesvergleich die wenigsten Beschäftigten im Gesundheitssektor. Die Berufs- und Karrieremesse JOBMEDI in Heilbronn steuerte jüngst dagegen: Zahlreiche Aussteller wie etwa die SLK‑Kliniken informierten die Besucher über Ausbildungs- und Studienangebote.

Mehr als 36.000 Menschen in der Region arbeiten laut der aktuellen Statistik der IHK Heilbronn-Franken im Gesundheitssektor. Das entspricht 8,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg – klingt ohne Referenzgröße gut. Doch damit war die Region 2024 Schlusslicht im Ländle.
Dass sich das bald ändert, dafür setzt sich auch Kathrin Armbruster, Personalleiterin der SLK-Kliniken Heilbronn, ein. Sie nennt die Vorteile: „Berufe in Gesundheit und Pflege zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie unabhängig von der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation immer benötigt werden – sie sind weitgehend krisensicher.“ Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Gesundheit und Pflege in hohem Maß systemrelevant seien – und davon abgesehen äußerst sinnstiftend.
Die SLK-Kliniken auf der Berufs- und Karrieremesse JOBMEDI in Heilbronn
Der Personalbedarf ist branchenweit groß: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer älter werdenden Bevölkerung nimmt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften zu“, sie seien künftig unabdingbar für die medizinische Versorgung und Pflege von Menschen, und sicherten damit auch den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft, ist sich Armbruster sicher.
Deshalb nutzten die SLK-Kliniken, nach eigenen Angaben größter Gesundheitsdienstleister der Region, schon zum zweiten Mal die Chance, sich auf der Messe JOBMEDI im Heilbronner Konzert- und Kongresszentrum Harmonie zu präsentieren: Mittlerweile bietet der Verbund zehn Ausbildungs- und elf Duale Studiengänge, vom Bachelor als Arztassistent bis zu Pharmazeutischen Kaufmännischen Angestellten.
„Digitalisierung wird mehr und mehr zum Motor der Versorgung werden“
Schon im vergangenen Jahr hatte die JOBMEDI als Berufsorientierungsmesse für die Bereiche Gesundheit, Sozialem und Pflege die Erwartungen der zahlreichen Aussteller erfüllt – und Hoffnung geweckt, dass Heilbronn-Franken in Sachen Personal aufholt. So waren laut Armbruster viele Familien an ihren Infostand gekommen, um sich über Karrierewege zu informieren. Auch bei deutschen und internationalen Fachkräften war das Interesse groß, Letztere ließen sich verstärkt zu Weiterbildungsoptionen innerhalb des SLK-Verbundes beraten.
Auch die diesjährige JOBMEDI bot nach Aussage des Veranstalters ein „berufliches Schlaraffenland für Fachkräfte, Quereinsteiger, Fort- und Weiterbildungsinteressierte und angehende Azubis“: Fachvorträge – etwa zu moderner Reha, Alltagsbetreuung von Kindern und Erwachsenen und zukunftssicheren Strukturen für Organisationen und Unternehmen, Branchentalk und einem neuen Matching-Tool, das Top-Arbeitgeber und Nachwuchskräfte gezielt zusammenbrachte.
Was nach Armbrusters Einschätzung potenzielle Bewerber künftig brauchen werden: Fachwissen. Sprachkompetenz, um kulturelle Brücken zu Mitarbeitern und Patienten zu bauen. Empathie und Teamgeist. Und vor allem: Digitale Kompetenz. Die Elektronische Patientenakte (ePA) und E-Rezepte hielten Einzug, „Digitalisierung wird mehr und mehr zum Motor der Versorgung werden“, sagt Armbruster.
Natalie Kotowski


