Berufsinfotag in Crailsheim: 90 Top-Arbeitgeber werben um junge Talente

Am 25. April präsentieren sich beim Berufsinfotag Crailsheim 90 Top-Arbeitgeber dem jungen Publikum im Event Airport Hangar. So eine Auswahl und Orientierungshilfe hätte sich Organisator Horst Herold nach dem Abitur selbst gewünscht.

Berufsinfotag Crailsheim
Beim Berufsinfotag (BIT) Crailsheim bietet sich die Chance, zum „Überflieger“ in Sachen Karriere zu werden. Foto: Stadt Crailsheim

Riesig war die Auswahl nicht vor 43 Jahren, als Horst Herold ins Berufsleben startete: „Voith, Würth und die Bausparkasse – viel mehr große Arbeitgeber und Ausbildungsmöglichkeiten gab es nicht, als ich jung war“, erinnert er sich.

Seit sechs Jahren ist Herold stellvertretender Ressortleiter Bildung & Wirtschaft bei der Stadt Crailsheim, ebenso lange organisiert er den Berufsinfotag (BIT) im Hangar Event Airport Hangar Crailsheim, damit Berufsanfänger eine besser ausgeleuchtete Karriere-Startbahn vorfinden als er damals.

Bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall hatte er sich damals selbst beworben, „da kamen auf eine Handvoll Ausbildungsplätze bis zu 300 Bewerber. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“

Der Berufsinfotag in Crailsheim am 25. April 2026

Am 25. April werden zwischen 9 und 13 Uhr nach Herolds Schätzung deutlich mehr Job-Aspiranten im Hangar „einchecken“, als damals in der Schlange vor der Bausparkasse warteten. Aber sie konkurrieren schließlich nicht um eine Handvoll Ausbildungsplätze eines einzigen Unternehmens, sondern können an den Infoständen mit 90 verschiedenen potenziellen Arbeitgebern ganz unterschiedlicher Branchen ins Gespräch kommen, sich informieren und ihrem Traumberuf ein Stück näher kommen.

Wie in jedem Jahr war die Zahl der Standplätze begrenzt, sonst wäre es trotz 3500 Quadratmetern Innen- und fast ebenso viel Außenfläche zu eng am Hangar geworden, sagt Herold. Und wie immer musste der Wirtschaftsförderer deshalb etwa 30 Unternehmen eine Absage erteilen. „Dabei geben wir Unternehmen und Betrieben aus Crailsheim Vorrang – die übrigen freien Plätze vergeben wir an Unternehmen aus dem  Umland“, erläutert er.

Das führe zwar manchmal zu Frust, „denn egal ob beruflich oder privat, eine Absage ist nie schön“, trotzdem versuche er, keine Gemeinde zu übervorteilen, Abwechslung und Branchenvielfalt zu gewährleisten. Ob Pflege, Soziales, öffentlicher Dienst, Global Player, familiärer Handwerksbetrieb oder „unsere starken Firmen aus der Verpackungs- und Nahrungsmittelindustrie“,  der Berufsinfotag spiegele die große Auswahl wider, die Schulabgänger heute vorfinden.

Die Ausbildungsmöglichkeiten sind heutzutage vielfältig

Auch in diesem Jahr wird das Außengelände nach Herolds Worten wieder zur Schau- und Probierfläche der Bau und Logistik-Unternehmen: „Sie bringen Lkw, Gabelstapler und Bagger mit – und Besucher dürfen sich dort auch teilweise am Steuer probieren“, sagt Herold. Manchmal gebe es ein bisschen Gerangel um den prominentesten „Parkplatz“, aber seinem Team sei es bisher immer gelungen – wie Vorfeldlotsen an der Startbahn – jede schwere Maschinen optimal zu positionieren.

Doch eigentlich ähneln alle Aussteller auf Ausbildungsmessen wie dem BIT am Hangar einem Lotsen am Airport: Im Idealfall ermöglichen sie den jungen Besuchern einen sicheren Start in die Karriere – und eine erfolgreiche Landung beim Wunscharbeitgeber. Davon gebe es inzwischen viele in Heilbronn-Franken, sagt Herold: „Früher war das Angebot limitiert, das ist auch der Grund, warum in meiner Generation damals viele erst einmal woanders hingegangen sind. Oder man hat halt den Job genommen, der gerade verfügbar war, und versucht, dort sein Glück zu finden.“

Doch seit etwa 20 Jahren prosperiere die Region der Weltmarktführer, das Angebot an Ausbildungswegen sei heutzutage bunt wie ein Blumenstrauß. „Deswegen haben es junge Menschen heute einerseits leichter, andererseits schwerer als früher – sie müssen sich genauer überlegen, welche Branche für sie die richtige ist.“ Für ihn ein Grund, warum Ausbildungsmessen wie der BIT Crailsheim auf so viel Resonanz stoßen.

Lebensläufe müssen nicht immer geradlinig sein

Dass Lebensläufe nicht immer ganz gerade sein müssen, und man am Ende vielleicht erfolgreich dort landet, wo man es nie vermutet hätte, dafür ist Horst Herold übrigens selbst ein gutes Beispiel.

Nachdem er sich bei der Bausparkasse damals im mehrstündigen Assessment-Center nicht gegen die Bewerberflut durchsetzen konnte, absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung, schloss ein BWL-Studium an und arbeitete dann in ganz Süddeutschland in verschiedenen Positionen unter anderem in Verlagen und im Event-Management, war sogar eine Zeit lang mit dem Vertrieb von Tonträgern selbstständig. Doch irgendwann zog es ihn zurück in die Heimat, und am Ende wurde die Stadtverwaltung sein Arbeitgeber.

Natalie Kotowski

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