Ergonomische Arbeitsbedingungen sind auch im Homeoffice von zentraler Bedeutung. Eine Studie zeigt: Während viele Beschäftigte ihre Ausstattung seit der Corona-Pandemie deutlich verbessert haben, bestehen bei anderen noch Defizite.

Der Anteil an mobiler Arbeit, vor allem im Homeoffice, ist seit der Corona-Pandemie und durch die verstärkte Verbreitung neuer Arbeitsmodelle deutlich gestiegen. Bereits in Studien aus der Zeit vor der Pandemie wurden sowohl die positiven Seiten des Homeoffice – wie eine verbesserte Work-Life-Balance, erhöhte Flexibilität und größere Autonomie – als auch die negativen Aspekte hervorgehoben. Zu Letzteren zählen die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit, soziale Isolation sowie eine unzureichende Ausstattung des Arbeitsplatzes im Homeoffice.
Gerade der pandemiebedingt oftmals spontane Wechsel vom Büro ins Homeoffice führte vielerorts zu Arbeitsplätzen, die nicht immer optimal ergonomisch gestaltet waren. Dazu zählen etwa höhenverstellbare Bürostühle und Schreibtische, externe Tastaturen und Mäuse sowie hochwertige Bildschirme. Wer eine derartige Ausstattung nicht nutzt, kann bereits nach kurzer Zeit Muskel-Skelett-Beschwerden erleiden.
Ergonomische Ausstattung im Homeoffice
Um die Situation in deutschen Unternehmen sowie die Auswirkungen mobiler Arbeitsbedingungen auf Muskel-Skelett-Beschwerden zu beurteilen, haben das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IPA) und das Institut für Arbeitsschutz (IFA) im Auftrag der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) sowie der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) eine entsprechende Untersuchung durchgeführt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Erfassung subjektiver Muskel-Skelett-Beschwerden in den Bereichen Schulter, Nacken, obere Extremitäten sowie im thorakalen und lumbalen Rücken, wie das IPA in einer Mitteilung berichtet.
Die Ergebnisse zeigen, dass zum Zeitpunkt der Erhebung 11,1 Prozent der Befragten über einen optimal ausgestatteten Arbeitsplatz für die mobile Arbeit verfügten. Eine Mehrheit von 63 Prozent gab an, dass ihr Arbeitsplatz gut ausgestattet sei. Über eine weniger gute Ausstattung verfügten 23,9 Prozent und über eine schlechte 1,5 Prozent der Teilnehmenden.
69 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice gaben zudem an, eine optimale Sitzgelegenheit zu haben, was einen korrekt eingestellten, höhenverstellbaren Bürostuhl einschließt. 76 Prozent verwenden beim mobilen Arbeiten einen externen Bildschirm und 78 Prozent eine externe Tastatur und/oder Maus. Während der Pandemie verbesserte rund die Hälfte der im Homeoffice arbeitenden Personen ihre Ausstattung.
Red.
Über die Studie
Die Auswertung basiert auf den Angaben von 1.064 Beschäftigten im Alter zwischen 20 und 64 Jahren, die täglich mindestens vier Stunden am Bildschirm arbeiten. Unter den Teilnehmenden waren etwas mehr Männer als Frauen vertreten, und mehr als die Hälfte verfügte über einen Hochschulabschluss. Insgesamt berichteten 968 Befragte, jemals mobil gearbeitet zu haben – ein Anteil von 87 Prozent zum Erhebungszeitpunkt, deutlich mehr als vor der Pandemie mit 39 Prozent. Im Median arbeiteten die Teilnehmenden 18 Stunden pro Woche mobil, während es vor der Pandemie zehn Stunden waren. Neun Prozent der Befragten, insgesamt 96 Personen, arbeiteten nie mobil. Die Teilnehmenden wurden zwischen September 2023 und April 2024 zur Teilnahme an der Online-Umfrage eingeladen.


