Beliebter Weg in den Beruf: Neun von zehn Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden

Wer den Einstieg in die Berufsausbildung geschafft hat, zieht meist eine positive Bilanz: Neun von zehn Auszubildenden sind zufrieden, 87 Prozent würden ihren Beruf wieder wählen. Auch unter Schülerinnen und Schülern ist die Ausbildung angesehen. Allerdings schätzen insbesondere Jugendliche mit niedriger Schulbildung ihre Chancen kritisch ein.

Zufriedenheit von Auszubildenden
Junge Menschen bewerten ihre Ausbildung überwiegend positiv. Gleichzeitig finden viele Bewerberinnen und Bewerber trotz offener Stellen keinen Ausbildungsplatz. Foto: Adobe Stock/deagreez

90 Prozent der Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden, 87 Prozent würden ihren Ausbildungsberuf erneut wählen. Auch einzelne Aspekte des Ausbildungsalltags bewerten die Befragten überwiegend positiv. So erleben 86 Prozent die Atmosphäre im Team häufig oder fast immer als gut.

85 Prozent geben an, regelmäßig Neues zu lernen, 83 Prozent empfinden ihre Aufgaben als sinnvoll. 79 Prozent haben häufig oder fast immer Spaß bei der Arbeit und beim Lernen. Dies belegt die repräsentative Befragung „Ausbildungsperspektiven 2026“, wie der Bertelsmann Stiftung in einer Mitteilung berichtet.

Ausbildung als Fundament für den beruflichen Erfolg

„Die Berufsausbildung bekommt von den Auszubildenden ein sehr gutes Zeugnis. Das ist eine erfreuliche Nachricht für die jungen Menschen und für die Betriebe“, so Fabian Schaffer, Experte für berufliche Bildung bei der Bertelsmann-Stiftung. „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten bietet eine gute Ausbildung eine tragfähige Grundlage für den weiteren Berufsweg.”

Für die befragten Schülerinnen und Schüler ist die Ausbildung die bevorzugte Perspektive nach dem Schulabschluss. Rund ein Drittel möchte unmittelbar danach eine Ausbildung beginnen, weitere 44 Prozent ziehen diesen Weg in Betracht. Darüber hinaus können sich 47 Prozent vorstellen, mittelfristig den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen oder ein Unternehmen zu gründen.

Passungsprobleme bremsen den Ausbildungsmarkt

Trotz des positiven Images der Ausbildung bleibt die Situation auf dem Ausbildungsmarkt angespannt. Laut Berufsbildungsbericht fanden 2025 rund 84.000 Bewerberinnen und Bewerber keinen Ausbildungsplatz, ein Plus von mehr als 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig blieben 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Der Rückgang um 22 Prozent gegenüber 2024 deutet jedoch nicht auf eine verbesserte Vermittlung hin, da das Angebot an Ausbildungsplätzen um 5 Prozent sank. Zudem verringerte sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 2 Prozent auf rund 476.000.

Gründe für die gleichzeitige Existenz unbesetzter Stellen und erfolgloser Bewerbungen liegen unter anderem in regionalen und berufsfachlichen Passungsproblemen sowie in Auswahlverfahren, die Schulnoten und formalen Abschlüssen teils mehr Gewicht beimessen als Motivation, praktische Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale.

„Um die Ungelerntenquote zu senken und dem Fachkräftemangel zu begegnen, muss der Einstieg in die Ausbildung so niedrigschwellig wie möglich gestaltet sein”, sagt Schaffer. „Die große Zufriedenheit der Azubis ist dabei ein sehr ermutigendes Signal. Es gilt, diese Zufriedenheit weiter zu fördern, damit mehr Ausbildungen auch erfolgreich abgeschlossen werden.“

Red.


Zur Befragung

Für „Ausbildungsperspektiven 2026: Eine repräsentative Befragung von jungen Menschen – Schwerpunkt Auszubildende“ der Bertelsmann Stiftung wurden wurden über 1.700 junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren im Zeitraum vom 11. März bis zum 20. April 2026 nach ihren nachschulischen Plänen, ihren Erfahrungen bei der beruflichen Orientierung und Ausbildungsplatzsuche und ihrer Einschätzungen zum Ausbildungsmarkt befragt.


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