Zwei Drittel der Beschäftigten sind auch im Urlaub dienstlich erreichbar. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom hervor. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Für viele Beschäftigte bedeutet der Sommerurlaub keine vollständige berufliche Auszeit. Zwei Drittel (66 Prozent) der Berufstätigen, die in diesem Jahr einen Sommerurlaub planen, bleiben währenddessen dienstlich erreichbar. Damit bewegt sich der Wert auf dem Niveau der Vorjahre (2025: 67 Prozent; 2024: 66 Prozent).
Das geht aus einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland hervor, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchführte. Darunter waren 358 Berufstätige, die 2026 in den Sommerurlaub fahren, wie Bitkom in einer Mitteilung berichtet.
Beschäftigte sind im Urlaub auf verschiedenen Wegen erreichbar
Wenn Beschäftigte im Urlaub beruflich erreichbar sind, erfolgt die Kontaktaufnahme vor allem über Kurznachrichten und Telefonate. 62 Prozent sind per SMS oder Messengerdienst wie WhatsApp erreichbar, 61 Prozent nehmen Anrufe entgegen. 22 Prozent reagieren auf E-Mails, 14 Prozent sind für Videocalls verfügbar. Über Kollaborationstools wie Microsoft Teams oder Slack lassen sich 7 Prozent kontaktieren.
„Möglichkeiten zum zeit- und ortsflexiblen Arbeiten dürfen nicht dazu führen, dass Beschäftigte das Gefühl haben, auch im Urlaub ständig verfügbar sein zu müssen. Wer sich wirklich erholen kann, lebt nicht nur gesünder, er arbeitet auch produktiver“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
Berufliche Erwartungen begleiten viele Beschäftige in den Urlaub
Die berufliche Erreichbarkeit im Urlaub wird häufig durch Erwartungen aus dem beruflichen Umfeld beeinflusst. 53 Prozent der Beschäftigten, die während ihres Urlaubs erreichbar sind, geben an, dass Kolleginnen und Kollegen dies von ihnen erwarten. 47 Prozent nennen entsprechende Erwartungen von Vorgesetzten.
Zudem sehen 34 Prozent eine Erwartungshaltung aufseiten von Kundinnen und Kunden, 16 Prozent bei Geschäftspartnerinnen und -partnern. Weitere 15 Prozent fühlen sich ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber verpflichtet. Aus eigenem Antrieb bleiben 16 Prozent auch im Urlaub für berufliche Anliegen erreichbar.
Rohleder betont: „Vertretungslösungen sollten rechtzeitig organisiert und Erwartungen transparent kommuniziert werden. Regeln zur Erreichbarkeit für den Fall der Fälle schaffen Klarheit für alle Beteiligten. Ziel sollte immer sein, dass man eine solche Notlösung überhaupt nicht erst in Anspruch nehmen muss.“
Auch zwischen den Jahren bleiben zahlreiche Beschäftigte für den Job erreichbar.
Red.


