Hybrides Arbeiten ist in deutschen Unternehmen angekommen – und für viele Beschäftigte längst Voraussetzung bei der Arbeitgeberwahl. Das zeigt die aktuelle „Home & Office“-Studie von PwC Deutschland: 83 Prozent der Befragten arbeiten regelmäßig im Homeoffice, 88 Prozent wünschen sich diese Form der Zusammenarbeit an mindestens einem Tag pro Woche.

Flexible Arbeitsmodelle gelten längst nicht mehr als Zusatzleistung, sondern als erwarteter Standard. Das belegt die „Home & Office“-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland. Die Befragung kommt zu dem Ergebnis: Hybrides Arbeiten ist heutzutage ein entscheidender Faktor für Arbeitgeberattraktivität und Unternehmenserfolg.
„Wir beobachten das wachsende Bedürfnis, Homeoffice und Büro so miteinander zu verknüpfen, dass die Vorteile beider Modelle optimal genutzt werden können“, so Katja Morgia, Head of Evolution of Work bei PwC Deutschland, in einer Mitteilung des Unternehmens.
Produktivität im Homeoffice mindestens so hoch wie im Büro
Die zunehmend vernetzte und digitale Arbeitswelt beeinflusst maßgeblich die Wahl des Arbeitsortes. 83 Prozent der Befragten arbeiten regelmäßig im Homeoffice, 58 Prozent von ihnen mindestens an zwei Tagen pro Woche.
Der Wunsch nach dieser Arbeitsform ist im Vergleich zu 2020 von 71 Prozent auf derzeit 88 Prozent gestiegen – ein neuer Höchstwert. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Drei Viertel der Unternehmen (77 Prozent) planen, vorhandene Homeoffice-Regelungen beizubehalten oder auszubauen, um Flexibilität und Mitarbeiterbindung weiter zu stärken.
Auch das Vorurteil, Beschäftigte würden eine fehlende Anwesenheitspflicht ausnutzen, entkräftet die Studie. 87 Prozent der Arbeitgeber und 89 Prozent der Mitarbeitenden bewerten die Produktivität im Homeoffice als mindestens gleich hoch oder höher als im Büro.
„Mehr Inklusion und Chancengleichheit am Arbeitsplatz“
Remote Work hat vielfältige Vorteile: Zu den am häufigsten genannten Gründen für das Arbeiten von zu Hause zählen verkürzte Pendelzeiten, mehr Flexibilität und eine verbesserte Work-Life-Balance. Gerade für Familien stellt die Flexibilität des Homeoffice einen großen Pluspunkt dar.
„Das Homeoffice ist ein Treiber für mehr Inklusion und Chancengleichheit am Arbeitsplatz. Unternehmen, die auf die Bedürfnisse und individuellen Lebenssituationen ihrer Mitarbeitenden eingehen, sind besonders attraktiv für vielfältige Talente“, betont Morgia.
Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, wie stark Homeoffice-Möglichkeiten die Wahl des Arbeitgebers beeinflussen. Für 44 Prozent der Befragten sind sie ausschlaggebend, für weitere 42 Prozent wichtig, wenn auch nicht entscheidend. Würde hybrides Arbeiten eingeschränkt, erwarten zwei Drittel der Beschäftigten negative Auswirkungen. Ein Drittel der unter 40-Jährigen würde in diesem Fall einen Jobwechsel in Betracht ziehen.
Flexibles Arbeiten und die Auswirkungen auf Büroflächen
In den letzten Jahren haben 96 Prozent der Unternehmen ihre Büroflächen an die Anforderungen hybrider Arbeit angepasst. Trotzdem sind die Räume meist nur zur Hälfte bis höchstens zu 75 Prozent belegt.
Ein Grund: Obwohl derzeit 21 Prozent der Unternehmen Fokus- und Rückzugsräume zur Verfügung stellen, ist der Bedarf der Beschäftigten mit 43 Prozent etwa doppelt so hoch. Hier besteht somit Optimierungspotenzial.
„Wichtig ist, die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden zu klären und das eigene Bürokonzept entsprechend so individuell wie möglich darauf abzustimmen“, erklärt Morgia.
Red.
Über die Studie
Für die vierte Ausgabe der PwC-Studie „Home & Office – Better Together“ wurden im April und Mai 2025 insgesamt 100 Arbeitgeber und 500 Beschäftigte aus deutschen Unternehmen in Online-Interviews befragt. Die Teilnehmenden stammen aus den Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen sowie dem öffentlichen Sektor. Bei der Auswahl wurde die deutsche Branchenstruktur berücksichtigt, um eine repräsentative Stichprobe der Bürobeschäftigten zu gewährleisten. Zudem sind die Befragten entsprechend der variierenden Bevölkerungsdichte bundesweit verteilt.


