Hohe Übernahmequote von Auszubildenden: Rund 8 von 10 wurden nach ihrem Abschluss übernommen

Die Übernahmequote von Auszubildenden hat 2024 einen neuen Höchstwert von 79 Prozent erreicht. Dies teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit. Zugleich ging der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen leicht zurück.

Übernahmequote von Auszubildenden
Die Übernahmequote von Auszubildenden lag in Deutschland 2024 bei 79 Prozent. Foto: Adobe Stock/industrieblick

Im Jahr 2024 ist die Übernahmequote von Auszubildenden auf 79 Prozent angestiegen und hat somit einen Höchstwert erreicht. Wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegt, ist dieser Wert gegenüber 2010 somit um 18 Prozentpunkte angestiegen.

Obwohl der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 33 Prozent zurückging, hielt sich dieser weiterhin auf sehr hohem Niveau, so das Institut in einer Mitteilung.

Hohe Übernahmequote bei Auszubildenden unterscheiden sich je nach Branche

Der Anstieg der Übernahmequote ist über alle Branchen hinweg zu beobachten. Dennoch unterscheiden sich die Übernahmequoten von Branche zu Branche. Die besten Chancen auf eine Übernahme haben Auszubildende im Finanz- und Versicherungswesen, in den Bereichen Bergbau/Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und Lagerei sowie in der öffentlichen Verwaltung. In diesen Branchen wurden 2024 fast neun von zehn Auszubildende übernommen. Am niedrigsten ist die Übernahmequote mit 60 Prozent dagegen in in der Land- und Forstwirtschaft.

Aber auch das Ausmaß des Anstiegs der Übernahmequote fiel je nach Branche unterschiedlich aus. Am schwächsten ist sie 2024 im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bereich Information und Kommunikation gestiegen. Im Bereich Erziehung und Unterricht hatte die Übernahmequote mit 36 Prozent dagegen den stärksten Anstieg zu verzeichnen.

„Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels im Bereich Erziehung und Unterricht gehen Betriebe offenbar häufiger Kompromisse bei der Übernahme ihrer Absolvierenden ein“, erklärt IAB-Direktor Bernd Fitzenberger.

„Jede dritte Ausbildungsstelle bleibt unbesetzt“

Insgesamt fällt es Betrieben in Deutschland nach wie vor schwer, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. Im Jahr 2024 ging die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf 471.000 zurück.

„Jede dritte Ausbildungsstelle bleibt unbesetzt, obwohl die Nachfrage der Jugendlichen nach einer dualen Ausbildung zuletzt wieder gestiegen ist. Der Anteil nicht besetzter Ausbildungsstellen liegt somit weiterhin weit über dem Niveau vor Corona“, so IAB-Forscherin Ute Leber.

Der Anteil der ausbildungsberechtigten Betriebe hat sich seit Beginn der Corona-Krise kaum verändert. Im Jahr 2024 lag er bei 51 Prozent. Von diesen Betrieben bilden wiederum 56 Prozent tatsächlich aus. Der am weitesten verbreitete Grund, weshalb Betriebe nicht ausbilden, ist fehlendes Personal.

„Dass offene Stellen oft unbesetzt bleiben, schränkt Betriebe dabei ein, Fachkräfte selbst auszubilden“, berichtet IAB-Forscherin Barbara Schwengler. „Somit verstärkt der Fachkräftemangel heute den Fachkräftemangel von morgen.“

Red.


Über die Studie

Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) basiert auf dem IAB-Beitriebspanel. An dieser repräsentativen, jährlich stattfindenden Befragung nehmen rund 15.000 Betriebe aller Größen und Branchen teil.


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