Längere Arbeitstage, um Stress und Aufgabenberge zu bewältigen? Eine aktuelle Studie zeigt: Wer regelmäßig über das Limit arbeitet, erhöht nicht nur das Arbeitspensum, sondern auch den eigenen Stress – und gefährdet langfristig die Gesundheit.

Wenn sich die Arbeit auf dem Schreibtisch türmt und die Deadline näher rückt, verfolgen viele Beschäftigte eine weit verbreitete Strategie: Länger und intensiver arbeiten, um die offenen To-Dos abzubauen und den Stress auf diese Weise loszuwerden.
Doch ist dies wirklich eine kluge Strategie? Die Organisationspsychologin Anja Bätghe von der Medical School Hamburg und ihr Forschungsteam haben das Vorgehen unter die Lupe genommen.
Die Folgen von Mehrarbeit: Mehr oder weniger Stress?
Für die Studie baten sie 110 Personen, Tagebuch zu führen, so t3n. Direkt nach Feierabend wurden die Teilnehmenden befragt, ob sie unter Zeitdruck standen und ob noch unerledigte Aufgaben auf sie warteten.
Kurz vor dem Einschlafen wurde zudem erfasst, ob sie zu diesem Zeitpunkt noch gearbeitet hatten. In einem zweiten Durchgang reflektierten die Befragten jeweils am Ende jeder Arbeitswoche, wie ihre Arbeitsbelastung, ihr Zeitdruck und das Ausmaß der geleisteten Mehrarbeit einzuschätzen waren.
Die Ergebnisse, die das Forschungsteam im Magazin „Work & Stress“ festhielt, waren eindeutig. Länger und intensiver zu arbeiten erhöht das Arbeitsvolumen und den Zeitdruck über einen längeren Zeitraum eher, als dass es sie mindert.
In den meisten Fällen führte diese Strategie des längeren und intensiveren Arbeitens dazu, dass sie über mehrere Tage und Wochen angewandt wird. Folglich trug die Bewältigungsstrategie nicht dazu bei, den Stress zu reduzieren. Da sich eine solche Arbeitsweise über einen längeren Zeitraum schlecht auf die Gesundheit auswirkt, gefährden Beschäftigte sich auf diese Weise zudem selbst.
Red.


