65 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind mit ihrem Job zufrieden, die Bindung an den Arbeitgeber bleibt hoch. Dennoch zeigt eine aktuelle PwC-Studie, dass der wirtschaftliche Wandel bei vielen Beschäftigten für Unsicherheit sorgt.

65 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind mit ihrem Job zufrieden. Zugleich halten rund neun von zehn Beschäftigten ihren Arbeitsplatz für sicher und 60 Prozent schließen einen Wechsel des Arbeitgebers in den kommenden zwölf Monaten eher aus.
Die Studie „Workforce Hopes and Fears 2026“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) macht jedoch auch deutlich, dass diese auf den ersten Blick stabilen Verhältnisse erste Anzeichen von Brüchigkeit aufweisen. Dies berichtet PwC Deutschland in einer Mitteilung.
Transformation braucht Orientierung
Die tiefgreifende Transformation der deutschen Wirtschaft werde den Beschäftigten – der Studie zufolge – häufig nicht ausreichend erklärt oder eingeordnet. Zudem fehle es vielfach an passenden Weiterbildungsangeboten. Erschwerend komme hinzu, dass nahezu die Hälfte der befragten deutschen Top-Führungskräfte angebe, die Gründe für den aktuellen Wandel selbst nicht ausreichend zu verstehen (46 Prozent).
„Transformation gelingt nur, wenn Führungskräfte die Veränderungen, die sie kommunizieren müssen, auch selbst verstehen. Was wir hier sehen, ist eine Erklärungslücke, die sich von ganz oben durch alle Hierarchieebenen zieht“, erklärt Petra Raspels, Chief People Officer und Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland.
„Das kann auf Dauer Vertrauen kosten. In Zeiten der Unsicherheit dürfen Arbeitgeber sich nicht zurückziehen, sondern müssen verstärkt für Orientierung sorgen – auch und besonders dann, wenn sie selbst noch nicht die Antwort auf alle Zukunftsfragen kennen.“
Hohe Leistungsbereitschaft trotz wirtschaftlicher Belastungen
Derzeit fällt es 39 Prozent der deutschen Beschäftigten schwer, mit Veränderungen in ihrem Aufgabenbereich umzugehen. 32 Prozent verstehen die Ursachen des Wandels nach eigener Aussage nicht. Gleichzeitig zeigt sich eine hohe Leistungsbereitschaft: 72 Prozent sind bereit, mehr zu leisten, als von ihnen erwartet wird. Im internationalen Vergleich bleibt zudem die Bindung an den Arbeitgeber stark, während die Wechselbereitschaft gering ausfällt.
Belastend wirken jedoch die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Für 60 Prozent der Beschäftigten stellen sie eine Belastung dar, für 33 Prozent sogar den größten Stressfaktor im Arbeitsalltag. Zwar kommen 42 Prozent finanziell über die Runden, verfügen am Monatsende jedoch kaum über finanziellen Spielraum.
„Die wirtschaftliche Lage belastet die Beschäftigten. Knapp drei Viertel zeigen eine erhöhte Bereitschaft, jetzt die Extrameile für ihre Arbeitgeber zu gehen“, so Raspels. „Diese im internationalen Vergleich hohe Loyalität und Motivation ist ein potenzieller Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen. Aber noch fehlt es an Orientierung durch die Führungskräfte, wohin die Reise in die Zukunft denn nun gehen soll.“
Red.
Zur Studie
Die Studie „Workforce Hopes and Fears“ wird von PwC jährlich erhoben. Für die aktuelle Auswertung wurden 1.685 Beschäftigte in Deutschland befragt. Berücksichtigt wurden Vollzeit- und Teilzeitkräfte sowie Beschäftigte in befristeten Arbeitsverhältnissen aus unterschiedlichen Branchen, Unternehmensgrößen und Hierarchieebenen. 45 Prozent der Befragten haben keine Führungsverantwortung, 22 Prozent sind Manager, 18 Prozent Senior Executives und 14 Prozent dem Entry Level zuzuordnen. Die Befragung wurde im Frühjahr 2026 durchgeführt. Die vollständigen globalen Ergebnisse sowie nähere Informationen zur Methodik sind in der Gesamtstudie veröffentlicht.


