Man lernt nie aus: Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken setzen auf Weiterbildung

Weiterbildungen sind in Heilbronn-Franken erfolgreiche Praxis. Bott, Schubert und die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall über die Notwendigkeiten der persönlichen Fortbildung und inspirierende Erfolgsgeschichten.

Unternehmen setzen auf Weiterbildung
Vom Azubi zum Abteilungsleiter – dank Weiterbildungsmöglichkeiten gar keine Seltenheit in vielen Betrieben. Foto: Adobe Stock/kzenon

Wer Fachkräfte sucht, tut gut daran, zunächst einmal das Potenzial in den Reihen der eigenen Mitarbeiter auszuschöpfen und vorhandenes Personal weiter zu qualifizieren. In Heilbronn-Franken haben Unternehmen längst erkannt, dass Mitarbeiter-Know-How wachsen muss, wenn die eigene Umsatzkurve nach oben führen soll: Die Region steht für eine starke Kombination aus praxisnaher Ausbildung und gezielter Weiterbildung, intensiv setzen sich viele Firmen für die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden ein.

Warum es sich rechnet, fundierte Ausbildungsprogramme anzubieten und kontinuierlich in die Weiterentwicklung der eigenen Teams zu investieren, beweisen exemplarisch etwa der Verpackungsmaschinenhersteller Schubert, der Fahrzeug- und Betriebseinrichtungsexperte Bott sowie die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall.

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor“: Unternehmen setzen auf Weiterbildung

Marita Heinrich, Leitung Personalentwicklung und Recruiting bei Bott, ist sicher, dass Zusatzqualifikationen die Innovationskraft stärken – essenziell,  um wettbewerbsfähig zu bleiben: „Der Erhalt und Aufbau von Kompetenzen, auch hinsichtlich der baldigen Renteneintritte der Babyboomer-Generation, trägt wesentlich zur Sicherung des Geschäftserfolgs bei.“ Christine Boese, für die Personalentwicklung und die Auszubildenden bei der VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall zuständig, sieht das genauso: „Als Bank können wir uns nicht erlauben, unseren Kunden mit veralteten Informationen zu begegnen. Weiterbildung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.“ Das wüssten auch die Mitarbeiter und nähmen entsprechende Angebote gern wahr.

Intrinsiche Motivation – der Wunsch, „nicht stehen zu bleiben“ – sollte der Lern-Antrieb sein, davon ist auch Janine Gromes aus dem Employer Branding und Personalmarketing der Gerhard Schubert GmbH überzeugt. Seminare nur aus Pflichtgefühl gegenüber dem Arbeitgeber zu besuchen, sei keine Lösung. Aber: „Kann ein Mitarbeiter sich verwirklichen und entwickeln, motiviert das und stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, erläutert sie.

Was die drei  regionalen Beispiele gemeinsam haben: Jeder Mitarbeiter, der weiterkommen will, kann sich zu Seminaren oder Fortbildungen anmelden – egal, ob fachliche Weiterbildungen, Führungskräftetraining oder ein kompletter Abteilungswechsel. In Gesprächen mit der Führungskraft und der Personalabteilung werden dann die individuellen Möglichkeiten des Mitarbeiters besprochen.

Die Wissbegierigen machen oft Karriere

Und diese Möglichkeiten unterscheiden sich, je nach Karrierestufe und Alter. Bei Schubert sind Weiterbildungen für Auszubildende beispielsweise passend auf die jüngere Zielgruppe zugeschnitten: „Darunter sind Themen zur Persönlichkeitsentwicklung – also: Welcher Lerntyp bin ich, wie motiviere ich mich oder auch, wie meistere ich meine Ausbildung erfolgreich“, sagt Gromes. Auch Sprachkurse gehörten dazu.

Auch Bott setzt auf Fremdsprachen. Gleichzeitig unterstützt das Unternehmen bei der Prüfungsvorbereitung: „Egal ob im gewerblichen oder kaufmännischen Bereich, in unseren eigenen Lehrwerkstätten oder auch mit externen Trainern sorgen wir dafür, dass unsere Azubis gut aufgestellt sind“, bekräftigt Marita Heinrich. Dazu komme, dass die Berufsstarter in jeder Abteilung des Unternehmens Erfahrungen sammeln könnten, um später den Einsatzbereich finden, der am besten zu ihnen passe.

Wissbegierige Azubis oder Studierende sind dann auch oft die, die anschließend Karriere in ihrem Ausbildungsbetrieb machen: Bei Bott beispielsweise startete Alexander Schön als Informatikkaufmann in die Ausbildung und arbeitete sich hoch zum Leiter der IT Operations und Security. Timo Bock kam als dualer Student zu Bott und ist nun Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Operations. Ähnlich war es bei Janina Grajer: Sie begann ebenfalls mit einem dualen Studium und ist nun Leiterin der Marketingabteilung.  „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“, kommentiert Christine Boese von der VR Bank.

Eine gute Nachricht für junge Nachwuchskräfte: Alle drei Betriebe streben danach, Azubis nach ihrer Lehrzeit zu behalten. Dass jemand nicht übernommen werde, ist nach eigenen Aussagen eine seltene Ausnahme.                                         

Fabienne Acker

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