Studie belegt: Die Arbeitsmoral der Gen Z ist besser als ihr Ruf

Geringe Arbeitsmoral, Fokus auf Freizeit, wenig Leistungswille – der Ruf der Gen Z im Arbeitsleben lässt zu wünschen übrig. Der HR Report 2026 von der Hays AG und dem Institut für Employability zeigt jedoch: Die jüngsten Beschäftigten sind hoch leistungsbereit, wenn zentrale Faktoren wie Sinn, Feedback und Entwicklungschancen erfüllt sind.

Arbeitsmoral der Gen Z
Die Gen Z zeigt hohe Leistungsbereitschaft am Arbeitsplatz – vorausgesetzt, Sinn, Anerkennung und Entwicklungsperspektiven stimmen. Dies belegt der HR Report 2026. Foto: Adobe Stock/Geber86

Ist die Arbeitsmoral der „Gen Z“ wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Dies ist eine der zentralen Fragen, denen die Hays AG gemeinsam mit dem Institut für Employability (IBE) für den HR Report 2026 nachgegangen ist.

Insgesamt 907 Führungskräfte und Mitarbeitende verschiedener Verantwortungsbereiche wurden im Rahmen der Studie befragt. Dies berichtet die Hays AG in einer Mitteilung.

Die Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft der Gen Z

Die Studiendaten stützen den Mythos einer geringeren Leistungsbereitschaft der jungen Generation nicht. Zwar geben Befragte aller Altersgruppen an, dass eine nachlassende Leistungsbereitschaft vor allem bei den nachrückenden Generationen zu verorten sei, doch der Vergleich der Altersgruppen-Ergebnisse zeichnet ein anderes Bild.

Unter den unter 30-Jährigen wird Leistung stärker als in allen anderen Gruppen darüber definiert, sich in hohem Maße an ein sich wandelndes Arbeitsumfeld anzupassen (57 Prozent) und die Anforderungen der jeweiligen Tätigkeit zu erfüllen (74 Prozent). Besonders motivierend wirken für sie die Anerkennung ihrer Arbeit (47 Prozent) sowie finanzielle Vorteile (41 Prozent). Jüngere Befragte weisen damit eine hohe Leistungsbereitschaft auf und nehmen insgesamt eine gestiegene Leistungsbereitschaft wahr. Zugleich messen sie regelmäßigem Feedback und persönlichen Entwicklungschancen mehr Bedeutung bei.

Beschäftigte ab 40 Jahren beobachten eher eine abnehmende Leistungsbereitschaft. Sie werden vor allem durch den Sinn ihrer Tätigkeit (40 Prozent) sowie durch ihre Identifikation mit der Arbeit (44 Prozent) motiviert. Karrierechancen haben hingegen nur für 11 Prozent der über 50-Jährigen eine wichtige Bedeutung für die eigene Leistungsbereitschaft, während dies mit 27 Prozent deutlich mehr der unter 30-Jährigen angeben.

„Der Mythos von der Work-Life-Balance-orientierten Gen Z hält sich hartnäckig – aber unsere Daten zeigen das Gegenteil“, so Imke Mahner, Hays Chief People & Culture Officer Germany and CEMEA. „Die Jüngsten im Arbeitsmarkt sind hoch leistungsbereit, wenn man ihnen die Bedingungen bietet, die modernes Arbeiten auszeichnen: Sinn, Feedback, Entwicklung. Die Frage ist nicht, ob die Gen Z arbeiten will. Die Frage ist, ob Unternehmen bereit sind, sich weiterzuentwickeln.“

Red.


Zum Report

Der HR Report 2026 steht hier zum Download bereit.


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